Kleine Abenteuer in der grossen Stadt

28.1.08

I'm just a little horse

Elektronische Spracherkennung sollte eher elektronischer Schreianfallverursacher heißen, dann würde sie nämlich nach dem heißen, was sie bewirkt und nicht nach dem, was sie bewirken soll. Und wenn man dann auch total heiser ist, weil man am Wochenende ständig »SILENCE! I KILL YOU!« gebrüllt hat, und im Zug zwischen den Waggons steht, dann kommt einem diese moderne Technik auch nicht gerade entgegen, wenn man telefonisch seine EC-Karte sperren lassen will:

Computermann: »Um Ihre Bankkarte sperren zu können, benötigen wir unbedingt Ihre Kontonummer. Ist Ihnen Ihre Kontonummer bekannt? Antworten Sie bitte mit Ja oder Nein.«
Ich: »Haaa. *räusper* Ja.«
Computermann: »Ist Ihnen die Bankleitzahl Ihres Kreditinstituts bekannt? Anworten Sie bitte mit Ja oder Nein.«
Ich: »Haaa.«
Computermann: »Nennen Sie bitte nach dem Signalton deutlich Ihre Bankleitzahl.«
Leitung: »Piep.«
Ich: »hünf hier ull neun ull ull ull ull.«
Computermann: »Ich wiederhole: Vier. Null...«
Ich: »Ein. Das äng ja schon falsch an.«
Computermann: »...Null. Null. Ist die Bankleitzahl richtig?«
Ich: »Ein.«
Lange Pause.
Ich: »Lo?«
Lange Pause.
Computermann: »Nennen Sie bitte nach dem Signalton...«
Tunnel. Gespräch weg, neu anrufen.

Computermann: »Um Ihre Bankkarte sperren zu können, benötigen wir unbedingt Ihre Kontonummer. Ist Ihnen Ihre Kontonummer bekannt? Antworten Sie bitte mit Ja oder Nein.«
Ich: »Haaa.«
Computermann: »Leider benötigen wir zwingend Ihre Kontonummer, um Ihre Bankkarte sperren zu lassen. Bitte rufen Sie uns wieder an, sobald Sie die Nummer in Erfahrung gebracht haben.«
Ich: »Maaaah!«

Computermann: »Um Ihre Bankkarte sperren zu können, benötigen wir unbedingt Ihre Kontonummer. Ist Ihnen Ihre Kontonummer bekannt? Antworten Sie bitte mit Ja oder Nein.«
Ich: »...*räusper*...JA!«
Computermann: »Ist Ihnen die Bankleitzahl Ihres Kreditinstituts bekannt? Anworten Sie bitte mit Ja oder Nein.«
Ich: »NEIN!«
Computermann: »Ich verbinde Sie mit einem unserer Mitarbeiter aus der Serviceabteilung.«
Ich: »FUCK YEAH!«
Callcenterfrau: »Guten Tag! Sie wollen Ihre Karte sperren lassen?«
Ich: »Also eigentlich will ich mit Ihrem Computer reden, aber der versteht mich ja nicht. Liegt wahrscheinlich an den Hintergrundgeräuschen hier im Zug.«
Callcenterfrau: »Und Sie sind auch ein bißchen heiser.«
SILENCE! I KILL YOU!

23.1.08

One hell of a highlight reel

Wie unglaublich toll Call of Duty 4 doch ist.

22.1.08

Air Traffic Controller

Iiicvh bnin keimn schllechtger Verrllierer. IIchj geewionne nmur liebeer.
Desshawlb hjasse icch eess, wennm Muzltiplaayer-SShooter auuf Konbsolen präösentierrt werdfen. Daas kkann icjh nämnlixch nichz. Shootger mit Conmntrollerf spieelen ist schheiß0e. Ichg brtauche diee chjirugische Präözision einmer Mau7s! Ichg scchreiibe ja aujch keinme Texcte, währfend ich Boxxhandfschuhe anhab! Okayc, diewsen Textt hgier schgon, abeer nmur, um meionen PPunkt ztu unttermauetrn,
also kann ich jetzt ja auch wieder damit aufhören.

Wenn's denn wenigstens kabellose Controller gewesen wären, die ich und Kollegen von der Konkurrenz da heute benutzt haben, dann hätte folgendes Gespräch anders enden können:

Ich: »Ich kann das so nicht. Schaise hier, Controllermist.«
Er: »Haha, aber Du bist ein schöner Kugelfang!«
Ich: »Ich bin in Deinem Team, Superhirn.«
Er: »Äh... aber ich hab Dich ständig als Observer beobachtet!«
Ich: »Dann warst Du also ständig tot?«
Er: »Äh...«

Und DAS wäre die Stelle gewesen, an der ich ihm den Controller an den Kopf geworfen hätte.

16.1.08

Ätcel

Nachdem ich in den letzten Tagen unzählige Tabellen zerwühlt habe, um Durchschnittswerte von allen möglichen GameStar-Punktvergaben des letzten Jahres zu berechnen, weiß ich, warum wir den Zweiten Weltkrieg verloren haben: Hitler hat den Russlandfeldzug mit Excel geplant.



»Was?! De Männa haben kaine Wänterrausrröstong dabai? Äch habe de Wänterrausrröstong doch aigenhändäg hia aingetrragen, hier! Än Spalte F! F we Föhrrrer!«

12.1.08

In China essen sie Runde

Heute in der Allianz Arena Fußball geguckt, Bayern gegen China.
Am Besten hat mir das Eigentor des Chinesen gefallen. Der hat wahrscheinlich in seinem Heimatland schon so viele Kopfschüsse in Sportstadien gesehen, da wollte er halt auch mal.

11.1.08

Muffinvernichtungswaffe

Ich bastle nie mehr Adventskalender selbst. Ist ja unerträglich, was da alles an Schokolade übrig bleibt. Aber soeben habe ich den letzten Rest gegessen. Ein kleines Snickers. Morgen Vormittag dürfte ich also mein höchstes Gewicht aller Zeiten erreicht haben.
Klar, ich hätte den Süßkram auch in der Redaktion auslegen können. Aber es gibt Sachen, die muss ein Mann alleine tun.


P.S.: Schaise, ich brauch was Süßes.

9.1.08

Yvan eht nioj!



Sie werden hiermit freundlich aber bestimmt aufgefordert, der Facebook GameStar Army beizutreten!

8.1.08

Telechinese

Gerade läuft auf Pro7 »The next Uri Geller«. Also das Gleiche wie »Germany's next Topmodel«, nur mit Irren. Wobei, »Germany's next Topmodel« war ja auch mit Irren. Aber bei »The next Uri Geller« gibt's halt Typen, die meinen, sie können was. Ja Mist, das ist ja auch wie »Germany's next Topmodel«!

Bei Geller geht's jedenfalls um Leute mit angeblichen übernatürlichen Fähigkeiten. Einer von denen war ein gebürtiger Chinese, aufgewachsen in Kanada, jetzt wohnhaft in Deutschland und als Samurai verkleidet (wtf?). Der hat den alten Trick mit dem Messer/Nagel/Spitzding gemacht, das auf einem Tisch unter undurchsichtigen Häubchen mit dem bösen Ende nach oben stehen. Er wusste nicht, wo das Messer versteckt ist und hat beherzt mit der flachen Hand auf die Becher gehauen, bis nur noch der mit dem Messer übrig war. Auf den hat er natürlich nicht gehauen. Warum hat der dann Samuraiklamotten an?!

Ein alter Trick zwar, ich weiß aber zugegebenerweise trotzdem nicht, wie der funktioniert. Ich weiß allerdings, das der gerne mal schief geht. Der »Mentalist«, der auf die Becher haut, lässt sich von einem unabhängigen Gehilfen die Hand leiten. Er merkt wohl irgendwie den unterbewussten Willen des Handlangers, dass niemand verletzt werden soll.

Das sollte der lieber nicht mit mir ausprobieren.

6.1.08

Herr Doktor! Ich bin auf's Knie gefallen!

Jungs Weihnachtsgeschenke zu besorgen ist ziemlich einfach, weil Jungs selbst auch ziemlich einfach sind. Ich bin zum Beispiel vor Weihnachten mal durch den Karstadt gelaufen, und da drängten sich zehn bis 15 Typen um die Präsentation eines offensichtlich spektakulären Wunderdings. Die Vorführung war eigentlich für Kinder gedacht, fand sie doch in der Spielwarenabteilung statt, nur hatten sich die Erwachsenen in dreister Weise vorgedrängelt, und nun mussten sich die Kleinen am Rand herumdrücken und kriegten gar nichts mit.

Ich wollte gerade empört rufen: »Ja denkt denn niemand an die Kinder?!« weil ich immer schon mal empört rufen wollte: »Ja denkt denn niemand an die Kinder?!«, genauso wie ich immer schon mal mit gepresster Stimme sagen wollte: »Es ist ruhig hier. Zu ruhig.«, bis ich gesehen habe, worum's bei der Präsentation eigentlich ging: Kleine, ferngesteuerte Hubschrauber! Ui ui ui! Hab mir natürlich gleich so einen zu Weihnachten gewünscht! Und zwei bekommen!

Hach, Jungsgeschenke sind super. Mein Lieblingsonkel etwa hat mir immer Messer geschenkt. Das ist eine schöne Tradition, die ich gerade bei meinem Patenkind wieder aufleben lassen will, was bislang am Widerstand der Kindseltern scheitert, weil man Einjährigen keine Messer schenke. Pah.

Ich hab früher, als Kind, einfach Sachen ausm Otto-Katalog ausgeschnitten, auf den Wunschzettel geklebt und zack, genau das wollte ich haben. Meine Großmutter hat sich da immer gefreut, da gab’s dann kein Vertun. Und keine selbstgestrickten Pullover. Als ich älter wurde und wieder davon abkam, bunte Bilder auszuschneiden, hat sich meine Großmutter sogar beschwert: »Kannst Du nicht wieder einen Wunschzettel wie letztes Jahr machen, mit dieser grünen Katze?« Die grüne Katze war übrigens BattleCat von den Masters of the Universe. »Nein Großmutter«, hab ich dann gesagt, »kann ich nicht. Die grüne Katze hab ich doch schon.« Trotzdem hat meine Großmutter jedes Jahr einen Wunschzettel nach Art der grünen Katze gefordert. Die hätte ich so gut beschrieben.

Wenn das nicht mit kindlicher Bastelarbeit verbunden wäre, wäre das eigentlich in der Tat kein Problem. Ich könnte immer noch jedes Jahr Sachen ausschneiden und aufkleben, mittlerweile allerdings ausm MediaMarkt-Katalog. Oder ausm Kotte-und-Zeller, die haben Messer und Waffen. Und tatsächlich: Was hat mir meine Freundin letztes Jahr ungebeten zum Geburtstag geschenkt? Eine halbautomatische Luftpistole. Perfekt!

Aber Mädchengeschenke, mein Gott! Jedes Jahr eine neue Herausforderung. Die wünschen sich ja auch nix konkretes, die Frauen. Der Weihnachtswunsch meiner Mutter wechselte in Kindertagen von einem Jahr aufs nächste plötzlich von: »Ich wünsche mir, dass Du immer lieb bist und Dein Zimmer aufräumst« zu: »Och…hmm… schenk mir was Schönes.« Eben noch schnell ein Bild gemalt, plötzlich muss man hier kreativ werden.

Jedes Jahr stehe ich seitdem wieder völlig ratlos vor der Entscheidung, was ich meiner Mutter und meinen beiden Schwestern schenken soll. Und dann auch noch ein Geschenk für die Superfreundin! Eine Frau, die einem ungefragt eine Luftpistole überreicht, was kann man der noch schenken, die ist offensichtlich perfekt, die hat ja schon alles!

Da hab ich mir gedacht, hmm, hab ich mir gedacht, sie ist die perfekte Frau, kann ich ihr auch gleich nen Heiratsantrag machen. Schenk ich nen Ring und muss mir nix anderes mehr überlegen! Aber nu ist Ringkaufen auch nicht so wirklich leicht. Ich packe deshalb kurz vor Weihnachten meine Schwestern ein, auf dass sie mich beraten. Denn ich will ja nicht irgendeinen Ring, sondern den Einen Ring! Einen Ring sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkle zu treiben und ewig zu binden. Was Tolkien da mit »sie alle zu finden« meint, weiß ich allerdings auch nicht. Das Problem ist ja nicht, sie ALLE zu finden, sondern die EINE zu finden, und das hab ich bereits geschafft. Aber das mit dem ewig binden, das ist prima. Und son bisschen knechten ist ja auch okay.

Die freundliche Dame beim ersten Juwelier unserer Wahl empfängt uns mit den Worten: »So, ich hole Ihnen jetzt erstmal ein Sektchen und Sie legen derweil die Jacken ab.« Hmm. Besoffen machen, Ring andrehen, ausziehen, das war doch eigentlich mein Plan für den Weihnachtsabend mit der Freundin. Egal. Wie Sauron seine Ringgeister schicke ich meine Schwestern aus, um den Einen Ring zu finden. Meine Schwestern machen natürlich nicht so fiese Geräusche wie Tolkiens Ringgeister, geben aber dennoch beim Überfliegen der Vitrinen Laut: »Nein. Ganz scheußlich. Nein. Nein. Geht gar nicht. Nein. AWWWWW!«
Aha! Die Schwestern haben angeschlagen!

»Entschuldigung,« frage ich die Verkäuferin, »was kostet denn der?«
»Das hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel natürlich der Ringgröße.« Meine Zukünftige hat natürlich ganz dünne Finger. »Entscheidend für den Preis ist allerdings die Größe des Diamanten«, fährt die Dame fort. Großer Diamant bei kleinen Fingern, das sieht doch komisch aus. »Und natürlich noch die Legierung, also das Material, aus dem der Ring besteht.« Ich habe nur Gutes von Chrom-Vanadium gehört. Hält ewig, verkratzt nicht. Kurz kommt mir der Gedanke, bei Obi einen feinen Dichtungsring zu kaufen.

Bei einer Kombination aus Ringform, Ringgröße, Legierung, Diamantschliff, Diamantgröße und Diamanthalterung ist es ja praktisch unmöglich, den Einen Ring zu finden! Die Ringgeister hatten keinen Zeitdruck und waren zu neunt, wir waren gerade mal drei, drei Tage vor Weihnachten! Und wenn die Nazgul ins Einkaufszentrum gehen, dann ist das sofort leer. Auch im Advent.

Wir haben's dann nachher doch geschafft, haben ihn doch gefunden, den Einen Ring. Und als ich bei Kerzenschein vor dem Weihnachtsbaum aufs Knie gesunken bin, hat meine Geliebte ihn auch tatsächlich angenommen, obwohl er natürlich viel zu groß war.

Pläne für die Zukunft: Heiraten, Babies machen. Ich hoffe, wir kriegen erstmal nur Jungs. Bei denen weiß ich nämlich jetzt schon, was ich ihnen zu Weihnachten schenke.

5.1.08

This is how you remind me

Heute wieder Lesebühne. Und, Potzblitz, mit zwei neuen Texten!
Dann sollte ich mal schnell mit dem Schreiben anfangen...

2.1.08

Affentheater

Wenn man von Mitte Dezember bis heute frei hatte, wie kann man da in der Zwischenzeit 275 Emails bekommen? Wer schreibt die? Da hat man doch frei! Vielleicht ist es auch einfach nur Lotus Notes' Art, mir ein frohes neues Jahr zu wünschen. Na dann vielen Dank.

Vielen Dank auch an Aurélie und Sabine, die in der Schule gerade Nathan der Weise durchnehmen und dabei ein verblüffendes Foto gefunden haben, auf dem der Oberneger und ich gerade Theater spielen:


Zwei Erklärungsmöglichkeiten:

1.) Doppelgänger.
2.) Michi und ich werden in der Zukunft eine Zeitmaschine bauen, um dann in die Vergangenheit zu reisen und dort Nathan der Weise aufzuführen. Vielleicht als Wiedergutmachung dafür, dass ich mich im Deutschkurs immer mit meiner unfähigen Lehrerin gezofft habe und darüber völlig vergessen habe, worum's bei Nathan dem Weisen überhaupt geht.

Fraglich ist nur, ob wir das jetzt noch machen, wo wir das Foto gesehen haben. Oder vielleicht machen wir das überhaupt nur, WEIL wir das Foto gesehen haben.

Zeitreisen sind schon in der Buchungsphase unheimlich anstrengend.