Kleine Abenteuer in der grossen Stadt

28.11.05

Blitzkrieg Blog

30 Minuten Internet kosten hier 5 Euro. All inclusive my ass -:- Auch Weichteile bekommen Sonnenbrand. Ich spreche von meinem Bauch -:- "Es riecht nach Regen. Oder hast Du gefurzt?" -:- Bei tropischem Sturm im Meer zu stehen ist toll -:- Karaoke ist nicht das Gleiche, wenn man dabei von Animateuren (nicht zu verwechseln mit Animatoren) orbitiert wird -:- Maenner, die sich als Frauen verkleiden und Luftballons in ihre BHs stecken, werden niemals komisch sein -:- 30 Minuten sind viel zu wenig, wenn man nebenher noch emailt und die Internetverbindung per Dosentelefon hergestellt wird

25.11.05

Der laengste Tag 2

05:30 Uhr
Aufstehen. In der Abgabephase hab ich mich ja fast dran gewoehnt, trotzdem nervt's. Naja, was man nicht alles tut, um den Winter hinter sich zu lassen. Und Deutschlands haesslichsten Kanzler seit Adolf Hitler.

06:00 Uhr
Schnell noch ein bisi aufraeumen, damit alles nett aussieht, wenn ich wiederkomme. Muell rausbringen, damit's in zwei Wochen nicht uebel stinkt.

06:30 Uhr
Problem: Was anziehen, mit dem man sich in Muenchen nicht zu Tode friert und in Puerto Plata beim Verlassen des Flugzeugs nicht sofort explodiert. Passiert mir vielleicht eh, so wie einem Tiefseefisch, den man an die Wasseroberflaeche holt: Was geschieht wohl, wenn der Arbeitsdruck ploetzlich weg ist?

06:50 Uhr
Mit meinen Asics-Turnschlaeppchen rutsche ich wie doof auf dem verschneiten Bordstein rum. Wenn das so weitergeht, schaffe ich's nichtmal bis zur U-Bahn.

09:40 Uhr
Eigentlich sollten wir seit 15 Minuten boarden. Nicht im Schnee, sondern ins Flugzeug. Noch tut sich aber nix. Trotzdem stehen schon circa 40 Leute am Schalter und warten. Flug-Noobs. Oder Idioten. Wahrscheinlich beides.

10:00 Uhr
Wir duerfen ins Flugzeug. Die Ausrede "Leider mussten wir das Flugzeug noch tanken" zieht nicht, das haetten die ja schon vorher gewusst. Aber "Leider mussten wir noch eine Bombe im Gepaeckraum entschaerfen" haette wohl fuer Verstimmung gesorgt.

11:00 Uhr
Reiseflughoehe erreicht, es gibt was zu Essen. "Vorher noch einen Aperitif? Einen Gin Tonic vielleicht?" Nette Stewardess. Riecht nach L'Eau d'Issey, wie alle Frauen riechen sollten. Fortan bestelle ich immer zwei Getraenke, damit sie laenger neben mir steht.

12:00 Uhr
Reisefluchhoehe erreicht. Die vier Bayern halb links vor mir gehen mir tierisch auf den Sack. Der, der ohnehin schon am lautesten dummes Zeug redet, zieht ploetzlich auch noch nen Kopfhoehrer an und bruellt jetzt regelrecht durch's Flugzeug. Als er seine Schnapsbecher neben meinen Sitz stellt, will ich ihn am liebsten hauen. Bestelle mir lieber selbst noch zwei Getraenke und lasse mich vom Wohlgeruch beruhigen.

17:00 Uhr
Auf einmal ist es schon wieder 12:00 Uhr. Zeitumstellung ist merkwuerdig.

16:00 Uhr
Gelandet. Die Einwanderungsbehoerde hat neue Einreiseformulare. Die ganze Flugzeugbelegschaft muss neue Zettel ausfuellen. Pauschaltouristen in Rage: Schon wieder den eigenen Namen auf einen Zettel schreiben zu muessen scheint fuer viele ein ernstzunehmendes Problem zu werden.

18:00 Uhr
Ankunft im Hotel. Mit meinen Asics-Turnschlaeppchen rutsche ich wie doof auf dem polierten Steinboden rum. Wenn das so weitergeht, schaffe ich's nichtmal bis zum Hotelzimmer.

19:00 Uhr
essen. Essen. ESSEN.

21:00 Uhr
SCHLAFEN. Schlafen. schlafen.

03:00 Uhr
Wachwerden. Was soll der Scheiss? Ahso, ja. Es ist 08:00 Uhr daheim. Scheinbar brauch ich wirklich keinen Wecker mehr.

03:02 Uhr
Im Bad eine dicke Kakerlake erlegt und ins Klo geworfen.

03:03 Uhr.
Zurueck im Bett frage ich mich, ob das Vieh noch lebt. Verglichen mit nem Atomkrieg kann eine Kloschuessel ja nicht so schlimm sein. Nochmal aufstehen und runterspuelen?
Quatsch, ich hab Urlaub.

22.11.05

Weg he!

In letzter Zeit hab ich ja ein bisi wenig gebloggt. War viel zu tun.
In den nächsten zwei Wochen wird das vielleicht noch weniger, da bin ich nämlich hier:



Wenn ich nicht hier bin, bin ich aufm Sonnendeck:


Wenn die da auch ein Internet haben, berichte ich.
Wenn nicht, bleib ich einfach liegen.

19.11.05

Notlage

Da kann man noch so grimmig gucken, noch so lange Ledermäntel tragen, noch so zielstrebig mit schweren Stiefeln die Straße runterstapfen... mit einer Packung Klopapier unterm Arm sieht man einfach nicht gefährlich aus.

18.11.05

Screenshots Galore

Was hatten wir denn da diese Woche?

»Ich bin die Hexenschusshexe! Und mit einem Wink meines Zauberstabs...«

Weltmeister im Weltkriegslimbo: MG Hammer.

»Hey! Nicht vom Beckenrand pissen!«


Im Gegensatz zur Luftbrücke von Berlin nahezu unbekannt:
Die Luftgitarre von Stalingrad.

Yoda ist ein kleines Schwein.

17.11.05

Essen und rädern

Liebe Münchner Essensbringdienste, die Ihr seit ein paar Tagen versucht, mich zu ernähren:
So wird das nix!
Nur weil Eure normalen Salate so klein sind, dass ich mich nicht traue, einzuatmen, wenn ich vor ihnen sitze, macht das mittelgroße Portionen noch lange nicht zu »Family Salaten«. Und wenn das ein »Family Salat« sein soll, wo ist dann der Lolly?

Und nein, Mayo ist keine Spezial-Soße.

11.11.05

My habit at my habitat

Pünktlich zum Wochenende überkommt mich regelmäßig eine kleine Gewohnheit, die ich mittlerweile recht lieb gewonnen habe: Ich setze mich abends mit einem Siegerbier vor den Computer, lese mein Blog, meine Kommentare, fremder Leute Blogs, fremder Leute Kommentare und höre dabei Musik. Wenn ich dann auch noch ICQ anhabe, sind Verspätungen für den Rest des Abends unvermeidbar. Festgebloggt oder festgechattet komme ich am Wochenende regelmäßig eine halbe Stunde zu spät zu den übrigen Abendveranstaltungen.

Ja, ich gebe es zu, daran liegt's.
Mittlerweile weiß ich einigermaßen, wie lange ich brauche, um von meiner Bude zu einer Verabredung zu kommen. Die »Ich bin neu in München«-Ausrede nimmt mir wohl eh keiner mehr ab.

Also entschuldige ich mich hiermit bei allen, die immer auf mich warten müssen: Es tut mir leid. Was mich aber nicht davon abhalten wird, mich auch weiterhin regelmäßig festzubloggen oder festzuchatten.
»Wetten, dass...« überzieht ja auch immer.

9.11.05

Starlet Express

War heute im Starlet. Das ist der Nachfolger des Bondi. Und siehe da: Die haben »My Sharona« von The Knack. Mein erstes Karaoke-Lied evah. Hab's zwar nicht gesungen, der Abend war schon rum, aber wer meiner constant readers mir dieses Lied wegsingt, der stirbt.
Aber Moment, sie haben auch noch »Never is a promise« von Fiona Apple. Wer meiner constant readers dieses Lied singen kann, den heirate ich sofort. Kann mir ohnehin nur eine meiner constant(?) readers vorstellen, die das singen könnte. Da wird die Wahl ja eng.

8.11.05

Andre Länder, andre Titten

Habe erfahren, dass man in Holland an der Tanke Pornos kaufen kann.
Wusste gar nicht, dass man Pornos kaufen muss. Hab Internet.

Ein Affizier und Gentleman

Zwei Sachen beschäftigen mich seit Jahren, wenn ich an King Kong denke.

Erstens sprechen wir den Namen wohl alle falsch aus. Der Affe heißt ja nicht Kingkong (mit Betonung auf dem »i«), sondern King Kong (mit Betonung auf dem »o«). Denn eigentlich heißt er ja überhaupt nur Kong, wird dann aber von seinen amerikanischen Fängern King Kong genannt. Warum ist bei der deutschen Übersetzung des Uraltfilms eigentlich niemand auf die Idee gekommen, das Vieh König Kong zu nennen?

Zweitens frage ich mich, was ein acht Meter großer Gorilla mit einer 1,70m-Blondine anstellen will? Ich sehe ihn schon beim Tierarzt sitzen:
»Herr Kong, Ihre Beschwerden rühren eindeutig von einer Person her, die sich in ihrem Enddarm verkantet hat. Wie haben Sie das denn angestellt?«
»Nun, Herr Doktor, das kann ich erklären! Ich hatte gerade meine morgendlichen Kniebeugen begonnen, unbekleidet natürlich, wie es sich für einen Affen geziemt, als plötzlich…«

King Kong: »Ich steh auf kleinen Frauen.«

7.11.05

Affige Namen

Wenn man derzeit von »King Kong« spricht, dann meint man doch wohl den Film mit dem dicken Affen. Aber nein, damit da keine Verwechslungsgefahr aufkommt, heißt der Film ja offiziell »Peter Jackson's King Kong«. Das offizielle Spiel zum offiziellen Film heißt entsprechend »Peter Jackson's King Kong - The Official Game of the Movie«, und die offiziellen Optionen zum offiziellen Spiel zum offiziellen Film heißen »Peter Jackson's King Kong - The Official Game of the Movie Settings«. So steht's zumindest auf dem offiziellen Desktop-Icon zu den offiziellen... ach, Ihr wisst schon.

Dass Film und Spiel im deutschen Titel tatsächlich den Idiotenapostroph tragen, damit will ich gar nicht erst anfangen.

5.11.05

Guten Tag

Dafür, dass Samstage die besten Tage der Woche sind, sind sie viel zu kurz. Vielleicht auch gerade deshalb.

Es fängt damit an, dass man um halb zehn von den Bauarbeitern geweckt wird und denkt: »Prima! Samstag! Bester Tag der Woche! Da kann ich auch ma früher aufstehen, hab ich mehr davon.« Dann spielt man, weil's ja noch so früh ist und man eh nix anderes machen kann, Battlefield 2. Und *schwupps* ist's schon wieder Nachmittag. Quasi schon so gut wie Abend, und an dem will man ja ausgehen. Aber eigentlich müsste man vorher noch ein Stündchen auf dem Sofa ruhen, weil man ja so früh aufgestanden ist. Dann kann man aber nicht mehr Battlefield 2 spielen.

Samstage sind nicht nur kurz, sondern auch kompliziert.

3.11.05

Nochmal Glückwunsch

Heute hat Sigrun Geburtstag. Sieht eigentlich ganz harmlos aus, aber das muss ja nichts heißen:


Also schnell gratulieren, bevor's zu spät ist.

Bull-Power

Meine Augen rollen nach rechts. Dann wieder nach links. Um diese Uhrzeit dürfen meine Augen machen, was sie wollen, das Hirn hat eh schon Feierabend. Also rollen sie zurück nach rechts. Und da glotzt mich eine Blondine durch die Beifahrerscheibe an. »Mann, ist die scheiße angezogen«, denke ich. Grüne Jacke und hellbraunes Hemd. Ja gut, hab ich auch an, grüne Bundeswehrjacke und sandfarbenen H&M-Pulli, aber ich glotz wenigstens nicht so blöd.
Aber die Dame wird dafür bezahlt, ist sie doch Polizistin und ich Verkehrsteilnehmer. Nä, Moment, ich bin Beifahrer, bin ich damit Verkehrsteilnehmer? Kann mir das meine Juristenfamilie nochmal kurz erklären?

So oder so, meine natürliche Abneigung gegen Polizisten meldet sich zu Wort: »Alde, Du hast auch nix Besseres zu tun als anne Ampel Beifahrer anzugaffen oder was?! Das letzte Mal, als ein vergleichbar grenzdebiles dynamisches Duo mich davon überzeugen wollte, ich hielte den Verkehr auf, tat es das derweil selbst. Also fahrt lieber weiter, Ihr Penner!«. Voll multitaskingfähig formt mein Mund dabei die Worte »N'Abend, Frau Waldmeister!«.

Philipp findet das nicht komisch: »Wir leben hier im Bauern- und Polizeistaat! Die halten uns direkt an!«. Die Bonner Zeiten, als ich noch Leute ausm Carpe boxen konnte und mir die Polizei draußen die Reste abnahm, weil ich im Auftrag der Staatsgewalt Frauen genau sowas beigebracht hab, sind offensichtlich vorbei. Also verwickele ich mich während der Fahrt selbst in Diskussionen, die für Wagennichtinsassen völlig normal wirken sollen, für Mitreisende aber ein wenig anstregend zu sein scheinen: Ich rede mal mit mir selbst, mal mit Philipp und gestikuliere dabei wie eben an der Ampel. »Hör halt auf, was solln das?«, sagt Philipp, und ich antworte »Ich mache genau das, was ich grad in Richtung Polizei gemacht hab, nur in Deine Richtung. Dann wirkt das so, als würde ich das immer machen.«

Philipp ist nicht überzeugt. Die Polizisten wahrscheinlich auch nicht, trotzdem haben sie nach zehn Minuten Verfolgungs-Schleichfahrt auch keinen Bock mehr auf Verlängerung. Nur gut, ich weiß eh nicht mehr, worüber ich mit mir reden soll, und komme unverhaftet nach Hause.

2.11.05

Zeitverschiebung

»sss dn vl lt ihr.« Sagt der Mann vor meiner Tür.
»Wie bitte?« Morgens um neun funktionieren meine Ohren noch nicht. Sein Sprachzentrum wohl auch nicht.
»iss den vlll lttt hier!« Was will der Mann? Ich frühstücke doch nicht.
»Was? Ich versteh nix!«
»IS DEN VIEL LAUT HIER!«
Ahso, ja, Gevatter, das könnte an Dir, Deinen Bauarbeiterkollegen und den Presslufthämmern liegen.
»ORREJOH, MAN GEWÖHNT SICH DRAN, WA!?«
»NUR NOCH ZEHN TAG, DANN IS ALLEN GUTTHA!«

Nun, wo ich seine Worte verstehe, glaub ich ihm keins davon. Aber wahrscheinlich ist's den Bauarbeitern unangenehm, dass sie noch nicht fertig sind, denn Philipps Architektenvater hat ihnen gesagt, am ersten November sei Stichtag. Dabei ist das erst der erste Dezember.

Sehr clever. So macht man das beim Bund auch. »Männer, um zwölf müssen wir auf dem Berg da sein! Also: Eilmarsch!«. Dann ist man um halb eins da. Macht aber nix, weil man der Einzige ist, der weiß, dass dreizehn Uhr befohlen war. Das hat mein Vater auch immer gemacht. »Kinners, deckt mal den Tisch, die Gäste kommen um elf zum Brunch!«.
Die Gäste kamen regelmäßig eine Stunde später.

Glüh, Kwunsch!

Peppwerweb ist gestern zwei geworden. Sprechen konnte es aber schon von Anfang an, vorrangig dummes Zeug.
Der Mann hinter Pepperweb, der Stephan, hat mich überhaupt auf die Idee gebracht, das kleine Muc ins Leben zu rufen. Und mir erklärt, wie das mit dem Bloggen überhaupt funktioniert.

Dafür vielen Dank, und für alles andere auch!

1.11.05

Freilaufen

Heute war ich zum ersten Mal in meinem Leben bei einem Fußballspiel. Einem richtig großen. 51.800 Leute haben zugeschaut, wie 90 Minuten lang kein Tor gefallen ist. Trotzdem war die Stimmung bemerkenswert. Da sind mehrere tausend Menschen gleichzeitig aufgesprungen, als sonstwer gefoult worden ist, weitere Tausende haben gemeinsam »Ouuuhhhh!« gestöhnt, als ein Schuss daneben ging, und als der gegnerische Torwart abstieß, schrie die ganze Kurve »Arschloch! Drecksau! Hu-ren-sohn!«.

Mein Gott, wenn das vor 2000 Jahren auch schon so war, wäre ich Gladiator geworden. Ich glaube, ich wäre darin ganz gut gewesen. Fußballspielen kann doch jeder.

Nach dem Fußball ins P1 gegangen. Ein widerwärtiger Laden voll mit widerwärtigen Leuten. Jeder zweite Kerl wiegt 20 Kilo mehr als ich, aber wenn ich dürfte, würde ich jedem Einzelnen die Kehle durchbeißen.

Entsprechend angewidert ziemlich lange durch den Englischen Garten gerannt. Toller Nebel, Sichtweite rund zwanzig Meter. In der Nähe des Monopteros keine Lichter der Stadt mehr gesehen, nicht einmal den Mond. Hab ihn trotzdem angeheult.
Das dürften sogar die Spinner vorm P1 gehört haben.