Blitzkrieg
Ich möchte einen Vokal kaufen.
Quatsch, einen? Tausende! Die schenke ich dann den Polen. Denn die haben offensichtlich zu wenige davon. »Przepraszam« etwa heißt »Entschuldigung«. Da möchte man sich doch gleich nochmal für die Entschuldigung entschuldigen. Ein Teufelskreis. Das muss auch der Grund sein, warum polnische Dienstleister so unfreundlich sind. Danach gefragt, ob man mit Euro zahlen könne, reagierte eine Kaffeeverkäuferin mit »No! No Euro!«.
Pah, kaufe ich halt nen anderen Laden.
Ich war von Montag bis heute in Polen, mir einen neuen Weltkriegs-Shooter zeigen lassen. Wie der Event genau ablaufen sollte, wollte der Publisher nicht verraten. Große Überraschung. Gleich am Flughafen hab ich jedenfalls ein Infoblatt über die Versicherung bekommen, die der Veranstalter für mich abgeschlossen hat. Wie sich später herausstellen sollte, würde ich die noch brauchen. Aber dazu später mehr.
Erstmal ging's mit vier Fallschirmspringer-Flugzeugen ins polnische Hinterland. »Der Event findet so weit in der Pampa statt, da mim Bus hinzufahren dauert rund fünf Stunden«. Der Bus hätte aber wohl den Vorteil gehabt, dass bestimmt weniger Gäste gekotzt hätten. Wobei, bei polnischen Straßen weiß man das nicht so genau. Ich hab jedenfalls die meiste Zeit des Fluges gepennt. Aber so glimpflich sollte es für mich dann doch nicht ausgehen. Dazu später mehr. Hier erstmal einer der Kotzbomber:

In der Pampa angekommen, hat uns ein Militärkonvoi à la Zweiter Weltkrieg abgeholt und in ein nettes Bauernhaus-Hotel gefahren. Da wurde erstmal die Ausrüstung verteilt. Mückenspray und Wodka. Von da ging's dann zum Präsentationsort. Auf der Fahrt hab ich die ganze Zeit gedacht »Die werden doch nicht wirklich... die werden doch nicht...«, doch tatsächlich: Die haben uns das Spiel in den Ruinen der Wolfsschanze gezeigt. Inklusive Wehrmachtssoldaten und GIs. Die haben sich gegen Ende zünftig totgeschossen. Was natürlich nix ist im Vergleich zu dem, was mir passiert ist. Aber dazu später mehr.

Der Führerbunker ist natürlich nur noch Schrott, wird von der polnischen Verwaltung aber liebevoll in Stand gehalten. Mit aufwändigen technischen Hilfsmitteln:

Neben Computerspielen haben wir noch ne Menge anderer lustiger Sachen gemacht. Gulasch-Kanone, Casino-Abend oder ne Fahrt mit einem Amphibienfahrzeugpanzerding. Da hat sich Olaf vor Freude gleich mal den Arm bei gebrochen. Nix im Vergleich zu dem, was mir passiert ist. Aber dazu später mehr. Uns allen war aber klar, dass Olaf sich selbst verletzt hat, um von den Hostessen versorgt zu werden:

Aber was ist schon ein gebrochener Arm im Vergleich zu dem, was mir passiert ist? Also ich hab ...äh... mich gar nicht verletzt. Wollte nur einen Spannungsbogen aufbauen.
Przepraszam.





