Kleine Abenteuer in der grossen Stadt

25.4.05

Hairje!

Normalerweise gehe ich in München ja nicht zum Friseur, sondern eher zum Schafscherer. Im Schillicon Valley am Hauptbahnhof (das ist das Viertel, wo nur Computerläden, Pornobuden und Dönerstände wohnen) gibt's jede Menge türkische Friseure, die einen für fünf Euro zurechtstutzen. Die verstehen mich zwar nie, spezielle Wünsche kann ich also nicht äußern, aber selbst wenn sie die verstünden, könnten sie sie wohl eh nicht umsetzen.

Am Mittwoch war ich allerdings so zugewachsen, dass mir die Haare bis in die Augen gehangen haben. Da dachte ich, ich könnte ja mal ein Etablissement aufsuchen, auf dessen Tür »Friseur«, »Frisör«, »Coiffeur« oder gar »Hair Styling Studio« steht. Anstatt »Grömül Üzglük«.

Ich bin dann die Leopoldstraße runtergefahren, aber auf Höhe Münchner Freiheit staute sich alles, also bin ich auf eine Parallelstraße ausgewichen. Und siehe da: Genau auf der Ecke war ein Friseur. Und genau vor dem Friseur ein Parkplatz. Also nix wie rein.

Da durfte ich mich dann in einer Glasbaustein-Umkleidekabine oben rum freimachen und einen Kimono anlegen. Damit ich nicht den Rest des Tages mit Haaren im Hemdkragen rumlaufen muss. Dann wollte die Haarwasch-Beauftragte ihre Arbeit machen, ich meinte aber nur: »Brauchsu nicht waschen, die sind gewaschen, und ich hab extra kein Zeug drin«. Ich fühlte mich sowieso gezwungen, dass jedem zu sagen, der mich gesehen hat. Denn ohne chemische Zusätze bekommt mein Haar einen Seitenscheitel, der mir an diesem Tag bis zur rechten Braue hing.

Sichtlich verwirrt über deratige Service-Abneigung wandte sich die Reinemachefrau an ihre Kollegin, die nur die Achseln zuckte und meinte »Dann machste die halt nur nass«. Ich nickte wohlwollend.
Schon 15 Sekunden später war die Abweichung vom Tagesgeschehen aber schon wieder vergessen, denn die Dame schmierte mir trotzdem Shampoo in die Haare und massierte mir die Kopfhaut.

Dann kam der Maître persönlich, um mich zu frisieren. Der Dieter. Ausgesprochen Dittha. Der hat mir dann die Haare genauso geschnitten wie Özgür, Ahmed oder Murat auch. Allerdings nicht mit ner Maschine, sondern mit ner Schere. Und weil das viel länger dauert und viel komplizierter ist, hat das dann auch 45 Euro gekostet.
In Worten: Fünfundvierzig.
Mit Betonung: FÜNFUNDVIERZIG!

Dittha zum Abschied:
»Ich würde sagen: Wir sehen uns dann in zwei Monaten«.
Ich würde sagen: Das glaubst Du ja wohl selbst nicht.

21.4.05

Regierungswechsel

Gestern auf Radio Bayern 3, im Nachrichten-Intro:
»Papst hält seine erste Messe. Teufel spricht zum letzten Mal vorm württembergischen Landtag.«

11.4.05

Bad Boys

Ja, ich weiß: die Blog-Disziplin lässt in letzter Zeit schwer zu wünschen übrig. Ist aber eigentlich nicht meine Schuld, sondern die Schuld der Bad Boys. Philipps und meine neue Wohnung ist nämlich leider noch nicht bezugsfähig. Da muss erst noch das Bad renoviert werden.
Bis das gerichtet ist, hat mir die Kaiserin Asyl bei Hofe gewährt.

Im Moment kann ich also nur aus der Redaktion heraus bloggen. Aber wenn ich schon am Montag um 08:00 Uhr bei der Arbeit sein muss, deutet alles darauf hin, dass ich gerade keine Zeit für größere Einträge habe. Ich muss weg.