Kleine Abenteuer in der grossen Stadt

26.2.05

Blizzard-Warnung

»Ich schau's mir mal für nen Monat an...«, my ass. World of Warcraft macht süchtig. Wenn Du einmal damit anfängst, bleibste drauf hängen. Das fürchte ich zumindest. Dieses zwanghafte Bedürfnis, immer neue Sachen zu finden und mächtigere Zauber zu lernen, fesselt mich an ein Spiel, das ich optisch gar nicht so ansprechend finde. Die Grafik ist mir zu comichaft, und die Größenverhältnisse passen hinten und vorne nicht.

Aber egal, schon nach einem Tag ertappe ich mich bei Gesprächen mit Kollegen, die ungefähr so klingen:
»Der Rob muss mir mal ne Ledertasche mit 8 Slots machen, mein Rucksack quillt über. In erster Linie mit Kram, den ich eh nicht verwenden kann.«
»Was kannste denn für Waffen benutzen?«
»Dolche und Zauberstäbe.«
»Prima, ich hab grad ein echt geiles Messer geschmiedet. Macht 11 Schaden pro Sekunde. Schick ich Dir. Geh morgen mal zum Postamt in Orgrimmar.«
»Cool, danke, brauchste das nicht mehr?«
»Nö, ich bin ja'n Krieger, ich benutzt schwereres Gerät. Hab da jetzt ne neue Technik drauf, »Hinrichtung«. Die haut so bös rein, macht über 200 Schaden!«

Die Redaktions-Kollegen haben mittlerweile eine eigene Horden-Gilde gegründet, da darf ich dann mit meinem orkischen Hexenmeister auch mitmischen. Und wenn die kindliche Kaiserin erstmal ihr Examen in der Tasche hat, will sie WoW auch mal ausprobieren. Feengleiches Wesen das sie ist, will sie natürlich eine Elfe spielen. Elfe und Ork, das kann nicht gut gehen, da werde ich wohl zur Allianz wechseln müssen.

Aber nun wecke ich erstmal Warhoarse auf. So heißt mein Hexer. Der liegt grad in einem Gasthaus in der Koje, pennt schon seit rund 22 Stunden und ist jetzt bestimmt topfit. Muss er auch sein: Heute wird er reiten lernen und seinen ersten Voidwalker beschwören.

23.2.05

Ente süß-sauer

22.2.05

Es ist was faul in München

Und zwar ich.
So faul, dass ich keine Lust habe, mir einen Salat zu basteln. Und das, obwohl mir mein Körper schon den ganzen Tag zu verstehen gibt, dass er Gemüse braucht. Ich habe zwar extra mittags in der Kantine Ratatouille-Beilage bestellt, dann aber die Nahrungsaufnahme verweigert. Hat nicht geschmeckt.

Die Rettung kommt vom Erlenhof. Abgepackter, bereits geschnipselter »Wintersalat«. Waschen, schneiden, legen entfällt also. Da muss ich jetzt nur noch Möhren und Paprika präparieren, Käse, Mais und Thunfisch drübermachen und ein Sößchen zaubern, und dann sollte mein Vitaminzentrum erstmal Ruhe geben.

21.2.05

Upgrade: Redakteur 1.0

Nach einem Wochenende mit der weltbesten Eierlikörtorte, selbstgemachten Spätzle mit Schweinelendchen in köstlichster Pilz-Rahmsoße und suchtförderndem Gulasch bin ich heute mit zwei zusätzlichen Kilo Schwungmasse durch die Redaktion gerollt. Da kam mir der Matschi entgegen: »Dass ich es aus dem neuen Heft erfahren muss und nicht von Dir...!« »Was'n?« »Ja guck doch mal rein, z.B. auf die Team-Seite.«

Schgucke, und tatsächlich: Der Zusatz »Trainee« hinter meinem Namen ist weg! w00t!

Damit bin ich offiziell Redakteur und glücklich.
Komm, Welt, lass Dich umarmen:

16.2.05

Gerichtstermin

Morgen muss ich vor Gericht. Zu Richter Alexander Hold! Anwalt der Verteidigung: Ingo Lenßen! Muahaha!

Meine Rolle ist die des rettenden Überraschungszeugen. »Herr Richter, ich weiß alles!«. So quasi.
Am Wochenende hab ich das Drehbuch bekommen. 29 Seiten geballter Schwachsinn. Mein Text ist so kurz, dass ich den nach einmal lesen auswendig kann. Ich bin also eher Dasteher als Darsteller. Trotzdem hat mich gestern die Redakteurin, die die Geschichte verbrochen hat, angerufen, um eine Hausaufgaben-Überprüfung durchzuführen. Und dann meldete sich noch die Kostümbildnerin, um meine Konfektionsgröße zu erfragen. Ich werde mich nämlich für eine Mini-Szene als Polizist verkleiden müssen. Ich sag ja, geballter Schwachsinn.

Besonders lustig ist übrigens die allgemeine Regie-Anweisung am Ende des Drehbuchs:

»WICHTIG für alle Darsteller:
!!!! Bitte während Plädoyers und Urteil mittels Mimik und Gestik REAGIEREN!!!!!

SICHTBARE Reaktion (auf keinen Fall dazwischen reden!) des Angeklagten bei Verkündung des Strafmaßes besonders wichtig!!!!!! (z.B.: Verzweiflung bei Verurteilung; Erleichterung bei Freispruch usw.)
Auch die Zeugen sollen auf das Strafmaß (der Rolle entsprechend)reagieren!!!!«

Ich glaube, ich werde bei der Urteilsverkündung verrückt lachen und dabei wie irre mit den Augen rollen.

12.2.05

Schottenklamotten

Auf vielfachen Wunsch eines Einzelnen: DAS ist aus meinem Kilt geworden.

Heiko ist übrigens des Teufels Advokat. Seine Haarhörnchen erkennt man auf dem Bild allerdings nicht so gut.

11.2.05

Schusters Rappen

Nach zehn Jahren treuer Dienste sind sie jetzt unheilbar krank: Meine Bundeswehr-Kampfschuhe. Haben mich durch pazifische Dschungel, afrikanische Wüsten und bayrische Wälder getragen. Vielmehr ich sie. Und nun halten die Sohlen nicht mehr, was sie versprechen. Und die Fersen sind auch im Arsch. Das ist übrigens recht unangenehm.

Aber ich habe ja noch ein Paar Bundeswehr-Kampfschuhe Modell 2000. Klingt fetzig, sieht aber eher doof aus. Dank Mark sind die aber noch ungelocht. Also schon mit Ösen, aber nicht entwertet. Wenn die dahingehen, kann ich sie also gegen neue umtauschen. Außerdem hab ich gemerkt, dass sie gar nicht mehr quietschen, wenn man sie ein paar Tage am Stück trägt.
Daher bin ich also wohl noch weitere fünf Jahre gut beschuht.

5.2.05

Exil

Dieses Jahr wird's für mich nix mit Karneval im Rheinland. Muss arbeiten.
Zum Ausgleich habe ich mir gerade ein Konzert von de Höhner im Fernsehen angeschaut. Waren alle Hits dabei, von »Dicke Mädchen haben schöne Namen« bis zu »Die Karawane zieht weiter«. Da ist's mir schon ein bißchen wehmütig geworden. Aber heute abend gehen die Kindliche Kaiserin, Heiko und ich auf eine große Karnevals-, nein, Faschings-Party. Das wird bestimmt auch sehr lustig.

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass mein feiner Herr Bruder und der nicht minder feine Herr Wieczorek am Donnerstag pflichtgemäß in den frühen Morgenstunden das Saufen angefangen haben, wie ihren Kommentaren zu entnehmen ist. Sehr anständig.

Naja, vielleicht ist es auch mal ganz gesund, einen Karneval im Exil zu verbringen. Die Hirnzellen, die ich jeden Schwerdonnerstag und Rosenmontag verliere, könnten alleine wahrscheinlich schon Witze für die Bildzeitung schreiben.

2.2.05

Parkverbot

Heute habe ich für's Ausparken 20 Minuten gebraucht. Fünf für's Autosuchen, 14 für's Freigraben, eine zum Wegfahren. In München schneit's wie Sau. Zuhause hab ich dann ausnahmsweise nen Parkplatz direkt vor der Tür gefunden. Aber in der Lücke lag der Schnee 30 Zentimeter hoch, und ich bin nicht reingekommen. Ich musste dann in einer Seitenstraße parken, links der Fahrbahn in einer Einbahnstraße. Aussteigen musste ich trotzdem auf der rechten Seite. Links lag der Schnee so hoch, dass die Tür nicht aufging.

Da war kein Reinkommen. Philipp hat sich wohl zehn Minuten später mit Vollgas reingestürzt und fragt sich seitdem, ob er da morgen wieder rauskommt.

1.2.05

Lernen durch Schmerzen

Heute habe ich eine Email von einem PR-Manager eines bekannten Spiele-Publishers bekommen. Den kenne ich noch von meiner Zeit bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Ich hab ihm damals ab und zu Tipps gegeben, was Gewaltdarstellung in Computerspielen angeht.
Und nun schreibt er, er würde sein Adressbuch updaten, und ich möge meine Daten bitte gegebenfalls korrigieren. Unter »Job Title« laufe ich bei ihm bislang als »Violence Advisor«. Das klingt gut.
Damit sollte ich mich vielleicht hier bewerben:

Was die wohl für Waren geliefert bekommen?
Boxhandschuhe? Rohrstöcke? Baseballschläger?