Kleine Abenteuer in der grossen Stadt

30.1.05

Natürliche Feinde

Wie so oft regelt die Natur sich selbst:
Weiße Haie halten die Schneemann-Population klein.

29.1.05

Schnee, Männer!

In München schneit's seit Tagen durch.
Das zieht verheerende Folgen für die lokale Fauna nach sich: Schneemänner vermehren sich wie Karnickel. Sie verlassen ihre angestammten Lebensräume (Vorgärten und Kinderspielplätze) und verirren sich in den Straßenverkehr. Eine Gefahr für Mensch und Tier:

28.1.05

Zieh Dich aus!

Der Tragödie zweiter Teil:

Noch während ich auf dem Heimweg bin, ruft mich eine Mitarbeiterin der Casting-Agentur an. »Ich hab mir grad Dein Video angeguckt. Hat mir sehr gut gefallen. Allerdings war ich zunächst ein wenig geschockt. Wusste nicht, ob Du die Wut gespielt hast oder nicht. Aber wie sieht's denn aus, haste nächste Woche Zeit für das Geständnis?«
Nee, hab ich leider nicht. An den Drehtagen ist Karneval bzw. Abgabe. »Packt mich doch bei K11 rein, da kann ich dann ein paar Bullen verkloppen.«
»Nee«, sagt sie, »dafür stellen wir nur Komparsen. Du brauchst ne Sprechrolle. Ich schau mal nach, ob wir nicht noch was für Dich haben. Hmmm, würdest Du Dich auch vor der Kamera ausziehen?«
Wie bitte!? »Wie bitte?!«
»Na, nackt von hinten?«
Oh wei. »Nee danke, lass ma.«
»Wie wär's dann mit nackt bis auf die Shorts?«
Das ist ja auch nix anderes als im Schwimmbad. »Das ginge wohl.«
»Okay, nur damit ich Dich besser verplanen kann. Ich sag bescheid, wenn wir was für Dich haben.«

Heute im Laufe des Tages hat mich die Agentur tatsächlich wieder angerufen. Allerdings hatte ich mein Handy aus, ich werde am Montag zurückrufen müssen. Jedenfalls hätten sie tatsächlich noch was für mich. Wieder das Geständnis. Wahrscheinlich soll ich halbnackt wen verkloppen.

27.1.05

Schrei mich an!

El Hefe ist zur Zeit nicht da, aber El Trille hat mir erlaubt, mich im Fernsehen zum Gespött der Leute machen. »Das Geständnis? Kenn ich nicht. Alida von Big Brother? Kenn ich auch nicht. Egal. Mach.«

Also bin ich mit dem Bus nach Unterföhring gefahren. Zum Casting.

Als erstes macht ein eher mürrischer Bursche Fotos von mir. Dann muss ich nen Fragebogen ausfüllen. »Was würdest Du im Fernsehen nicht machen?« Mein Gott, dafür haben die nur eine Zeile eingeplant? Nach etwa sechs Minuten bringe ich den Zettel zur Assistenz. »Ach, schon fertig?« Naja, das war ja auch noch nicht so schwer.

Dann erstmal warten. Auf dem Wartetisch liegt eine Art Katalog der Casting-Agentur. Mit Schauspielern, Schönheiten, Kindern, Senioren und Charakterköpfen. Einer der letzten Kategorie ist so'n Typ, den ich ständig im Backstage oder im Keller sehe. Rote Haare in zwei Hörnchen aufgestellt, und 14 Piercings in der Fratz. Die Grenze zwischen Charakterkopf und Spinner scheint ziemlich schmal zu sein.

In einem der zwei Castingräume schreit eine Frau um sich. Die macht wohl grad die Wut vor. Und das schon seit ein paar Minuten. Ach Du Scheiße, muss man da jetzt richtig schauspielern oder was? Ich teste nochmal mein »Grrr«. Klappt. Das »Yay«? Spitze. Aber das »Buhuu« ist ne Katastrophe. Ich beschließe zu gehen.

Zu spät, der zweite Casting-Raum geht auf. Ein Teenie mit baggy pants kommt raus. Jetzt darf dann wohl ich. »Moment, ich brauch noch fünf Minuten«, sagt der Casting-Mann hinter der Tür. Doch noch abhauen? Vor dem baggy-pants-Jungen? Pah, niemals!

Entweder sagt er nicht, wie er heißt, oder ich krieg's nicht mit, jedenfalls weiß ich den Namen vom Caster nicht. Vielleicht heißt er ja Carsten. Und der erklärt mir jetzt, was ich machen soll. Zuerst soll ich ihm Wut zeigen. Die Standardsituationen, die mir dabei helfen sollen, sind die: 1.) Er und ich sind Freunde, aber er hat, während ich im Urlaub war, meine Wohnung mit zig Parties verwüstet. 2.) Er und ich sind Freunde, aber er hat, während ich im Urlaub war, auf zig Parties meine Freundin verwüstet.
Die Szenen find ich lame. Ich will mich lieber über die pissige Busfahrt aufregen. Und darüber, dass es hier nur um die drei schlimmsten TV-Shows (immerhin das Geständnis, K11 und Richter Alexander Hold) im deutschen Fernsehen und nicht um Action-Filme geht. Und darüber, dass keine Häppchen gereicht werden.

Das gefällt dem Herrn, ich leg los. Schimpfe über Busfahrten, kalte Winter, Alida aus dem Big Brother Haus, Das Geständnis, Richter Hold und K11, Polizisten allgemein, Castings allgemein, dieses Casting im speziellen. Macht Spaß, aber ich darf nicht lachen. Das kommt ja erst später.

Aber jetzt ist erstmal Trauer dran. Ich kriege tatsächlich ein zittriges Kinn, zittrige Hände und ne brüchige Stimme hin. Danach noch schnell ein bisi Freude, die fällt mir ja immer eher leicht.

Und das war's auch schon.
Die Casting-Leute bedanken sich, »Wir melden uns, wenn wir was haben«, ich bedanke mich auch und gehe.

Das war ja jetzt schon ne Menge zu lesen, deshalb erst morgen Mär.
Cliffhanger: Ich hab noch auf dem Heimweg nen Anruf aus der Agentur bekommen...

26.1.05

Miss Verständis?

Ich bin grad auf einem Lehrgang bei der Akademie der Bayrischen Presse.
Heute hat eine der Teilnehmerinnen ihren Hund mitgebracht. Einen Cockerspaniel.
Klein, schwarz, niedlich und übelriechend.

Ein Kursteilnehmer wollte ihn unbedingt knipsen. Für seine Freundin. Die sei »cocker crazy«.
Seitdem frage ich mich, ob er sie vielleicht falsch verstanden hat.

25.1.05

Übrigens:

24.1.05

Coming soon

Demnächst auf Pro7, in der schlechtesten TV-Show der Welt, dem »Geständnis«:

Die frischvermählte Braut des Helden wurde entführt. Ein Hochzeits-Scherz? Doch da: Lösegeldforderung! Der Held verdächtigt seine Ex. Die Ex verdächtigt den Helden. Immerhin läuft sein Autohaus nicht mehr so heldenhaft. Dann kommt raus: Der Bruder des Helden war's! Er liebt die Braut und wollte sie ins Ausland verschleppen. Der Held hechtet durch die Schattenwand, stiefelt seinen Bruder im Studio zusammen, bekommt die Braut zurück. Der Bruder wandert in den Knast. Ende.

In der Rolle des Helden: Ich.

Was man sich alles einbrocken kann, wenn man vom Marienplatz zum Geldautomaten marschiert.
Aber das wird wohl erstmal nix. Erstens weiß ich nicht, ob sich das mit der Arbeit vereinbaren lässt. Zweitens kann ich an zwei von drei Drehtagen nicht. Da ist Karneval.
Am Donnerstag ist aber erstmal Dummen-Casting. Ich soll denen Wut, Trauer und Freude demonstrieren.

Ich übe schonmal.

Grrrr!
Buhuu!
Yay!



P.S.: Pepper hat schon mal das Werbeschild gebastelt.

15.1.05

Grillen an Silvester







14.1.05

Ich war's nicht

Ich habe zur Zeit kein Telefon. Das liegt aber nicht bei der Münchner Spurensicherung, sondern bei Röders Schwester.

Kabellose Telefone sind übrigens eh cooler. Hätte Mosi das nur rechtzeitig erkannt.

Soaps sind geil

Heute hab ich's trotz Abgabewoche vor 18:00 Uhr nach Hause geschafft. Rechtzeitig, um die letzten Minuten von »Unter uns« zu gucken.
Jeder weiß ja, dass Soaps so geschrieben sind, dass der Zuschauer sofort in die Handlung reinfindet, auch wenn er zehn Folgen verpasst hat oder den Mist überhaupt nicht kennt. Besonders lustig finde ich aber, dass man ja sogar sofort in die Folge reinfindet, wenn man zehn Minuten verpasst hat.
Das liegt an diesen albernen Dialogen:

»Au Mann, war das peinlich, als ich Dr. Irgendwas gefragt habe, ob er beim Zahnarzt war...«
»Du konntest doch nicht wissen, dass er sich die Backe gehalten hat, weil Rufus ihn aus Eifersucht wegen mir niedergeschlagen hat.«

oder

»Kann ich Dir in der Angelegenheit vertrauen?«
»Klar, von mir wird Rolf nicht erfahren, dass Fiona noch lebt.«

Da muss man sich doch total doof vorkommen, wenn man so ein Drehbuch schreibt.

12.1.05

Feeding Frenzy

Heute war ich um 20 Uhr noch in der Redaktion, und es ließ sich absehen, dass ich noch bis mindestens 22 Uhr bleiben muss. Die Vorstellung hat meinem Magen nicht gefallen, der war nämlich schon seit geraumer Zeit leer.
Also bin ich in den Keller zum Schmackofatz-Automaten gegangen, auf der Suche nach was Herzhaftem. Das Herzhafteste, was die Maschine hatte, war eine Tafel Cappucino-Schokolade. Und ich mag keine Capuccino-Schokolade.

Gegessen habe ich sie trotzdem.

11.1.05

Nicht gut zu Vögeln

Fast jeder mag ja Vögel. Die sind klein und zerbrechlich und singen so schön. Aber wenn man selber klein und zerbrechlich ist und schön singt, dann schrumpft offensichtlich der Respekt vor dem Federvieh. So gesehen bei der Kindlichen Kaiserin:
Als wir am Sonntagmorgen gegen sieben Uhr heim gegangen sind, waren die Vögel schon wach und haben rumgezwitschert. Sehr zum Missfallen von Frau Doktor:

»Mann, die nerven vielleicht rum, die Viecher! FIEP, FIEP, FIEP! Wer soll denn da pennen? Wahrscheinlich sind die frühen Morgenstunden die einzige Tageszeit, in der man die hören kann, und das wissen die genau!«

Petra hat heute auch einen Vogel entdeckt, der vor der Redaktion einen Riesentrara gemacht hat. Obwohl gar nichts los war. Ich frage mich also, was die Dinger so zu berichten haben?

»Ich sitze auf einem Baum! Ich sitze auf einem Baum!«
»Ich sitze auf dem Boden! Ich sitze auf dem Boden!«
»Gleich geht die Sonne auf! Gleich geht die Sonne auf!«

Profilierungssüchtige Arschlöcher.

6.1.05

Verschmitzt

Anbei die Jahresabrechnung 2004. Zwar bei Petra geklaut, aber die hatte es eh nur Second Hand.

Mehr Geld oder weniger?
Mehr.
Größte Zeitverschwendung?
Das Internet.
Größte Innovation?
München und alles, was dazu gehört.
Schönster Film?
The Butterfly Effect.
Himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt?
Erstes Halbjahr betrübt, dann jauchzend.
Am liebsten gehört?
Die Kindliche Kaiserin.
Am liebsten gelesen?
Blogs und deren Kommentare.
Dicker geworden oder dünner?
Gegen Ende wohl wieder dünner.
Weiser geworden oder dümmer?
Weiser.
Bester Kauf?
Mein Bett. Nu hab ich schon zwei davon. Eins zum Überspielen.
Bester Kauf in Bezug auf das Preis-Leistungsverhältnis?
Ne Mass im Backstage. Für zwei Euro.
Idiotischste Ausgabe?
Die 08/2004. Da war nämlich außer meinem Namen gar nichts von mir drin.
Am meisten getrunken?
Bier, fürchte ich. Wasser zählt ja wohl nicht.
Am liebsten getrunken?
Bacardi Cola.
Am meisten gegessen?
Hühnerreispampe.
Ekligstes Gericht?
Ich esse nur noch mittelmäßige bis tolle Sachen.
Leckerstes Gericht?
Fajita.
Neue Freunde gefunden?
Hell yes!
Alte Freunde verloren?
Aus den Augen, nicht aus dem Sinn.
Nicht befolgte Vorsätze?
Fleißiger Student werden. War aber eh nicht so wichtig.
Verpasste Chancen?
Egal, dafür genug andere tolle Chancen genutzt.
Größte verpasste Chance?
Lass mich in Ruhe mit Deinen verpassten Chancen.
Angst?
Flüchtig.
Größter Erfolg?
GameStar.
Größter Misserfolg?
Naja, das Studium. Wenn man so will.
Gesünder oder kränker?
Gesünder.
Lustigstes Experiment?
Diverse Karaoke-Massaker.
Am meisten gelernt?
Schreiben.
Was ich in diesem Jahr garantiert nicht sehen möchte?
Oliver Pocher.
TV-Würg?
Oliver Pocher.
TV-Wow?
GameStar-TV.
Größte Veränderung?
Ja München halt.
Größter Verlust für die Menschheit?
Badeparadiese in Südostasien.
Größte Enttäuschung?
Der Robosapien kann seine Hände nicht richtig öffnen.

3.1.05

Rucki Zucki!

Die Mehrwertsteuer fällt. Und Deutschland über die MediaMärkte her.
Die haben nämlich heute alle Preise um 16% gesenkt.

Ich hätte mir ja auch eigentlich gerne einen Fernseher für meine neue XBox gekauft, aber sämtliche MediaMärkte haben den plötzlichen Herztod erlitten. Saturn schied auch aus, denn die hauen heute und morgen alles zum Einkaufspreis raus, was dann dem Münchner Straßenverkehr den Rest gegeben hat.

Ich hab dann alternativ mal bei nem Lagerverkaufselektrogroßhandel (haha, deutsch ist lustig!) vorbeigeschaut, aber konnte mich nicht entscheiden, ob 100 Hz im Vergleich zu den üblichen 50 Hz stolze 200 Euro wert sind. Als ich mich entschieden hatte, dass sie es nicht sind, war auch da die letzte Glotze weg.

Hier steh ich nun, mit neuer XBox, zwei gekauften und vier von der GamePro geliehenen Spielen und hab keinen Fernseher.

Zum Glück ist Philipp seit kurz vor Weihnachten verschollen, so dass ich mir einfach seinen Fernseher ins Zimmer gestellt hab.
Aber keine Angst, er ist an Silvester gesichtet worden.
Es ist also zu vermuten, dass der alte Holzphilipp noch lebt.

1.1.05

Frohes Noise!

Lang war’s still um ihn. T-Online war schuld. Die Herrschaften meinten, ich hätte am 21.12. gekündigt und haben mir den Internet-Hahn zugedreht. Aber mir dennoch ne Rechnung für Januar geschickt.
Jedenfalls gayt’s jetzt wieder.

Weihnachten war schön. Große Entspannung und Geschenke Galore.
Ich gehe davon aus, dass der Pundesbräsident oder der Kundesbanzler die Familie Siegismund in seiner Neujahrsansprache lobend erwähnt hat, denn wir haben die deutsche Wirtschaft mal wieder richtig angekurbelt.
Ich habe unter anderem einen ferngesteuerten Robotter (ja, mit zwei »t«) bekommen.
Mutter: »Was kann denn der?«
Vater: »Der kann Sachen rumschmeißen, tanzen und furzen.«
Bruder: »Dann ist er einer von uns.«

2005 wird übrigens mein Jahr. Ich hab’s zuerst gesehen.
Nachdem die erste Hälfte von 2004 eher missglückte, war die zweite umso besser. Ich habe mir vorgenommen, 2005 durchgängig spektugal zu gestalten. Das wird super.

Der Robotter hat mir vor kurzem die Fernbedienung entrissen, hat sich auf mein Regal geflüchtet und gebährdet sich seitdem aggressiv. Bislang kann ich ihn allerdings mit meiner P90 in Schach halten.