»…bei mir gab’s nur Currywurst mit Pommes Frites«.
Aber wie ich festgestellt hab, muss das kein Widerspruch sein. Ich war gestern mit meiner Familie zum Essen im Ritz in Berlin. Und mein Vater hat tatsächlich eine Bratwurst mit Bratkartoffeln gegessen.
Ich habe »Coq au Vin« bestellt, ohne zu lachen. Dafür konnte ich das Klo nicht finden. Aber eine reizende Bedienstete hat mir den Weg gezeigt. Ganz recht, sie hat nicht einfach gesagt »da lang«, sondern hat mich bis zur Tür geleitet.
Das ist zwar peinlich, da steckt aber System dahinter: Jeder Ritz-Angestellte ist für alles zuständig. Nach den Statuten des Hotels durfte die also nicht einfach sagen »da lang«, sondern musste mich so lang babysitten, bis ich das Klo gefunden hatte. Wenigstens ist sie nicht mit rein gekommen.
Zu diesem Prinzip gibt’s eine lustige Anekdote:
Einmal hat ein Ehepaar seine Koffer in der Lobby neben den Koffern einer Reisegruppe abgestellt. Der Busfahrer hat die dann mit eingeladen und hat sich auf den Weg gemacht. Das Ehepaar hat das zu spät gemerkt und Alarm geschlagen, weil sie nämlich schnell zum Flieger nach Madrid mussten.
Der Portier, der für die Koffer verantwortlich war, hat das Pärchen zum Flughafen geschickt, ist ins Taxi gesprungen und dem Bus nachgejagt. Irgendwann hat er ihn eingeholt, die Koffer sichergestellt und ist zum Flughafen gehetzt. Das Ehepaar war aber schon weg.
Also rein ins nächste Flugzeug und ab nach Madrid. Da hat er dann die Koffer übergeben…
Ich hätte das gerne mal getestet, und hab kurz mit dem Gedanken gespielt, im zehnten Stock beim Zimmermädchen einen Triple Cheeseburger von Burger King zu ordern. Aber ich war bereits mit meinem Coq au Vin zufrieden.
Haha.

Das Ritz in Berlin. Nicht zu verwechseln mit der Ritze in Hamburg.