Samstag.
04:00 Uhr (oder so): Christi, Ina und ich kommen aus dem 4004 zurück. Das ist ne Großdisko. So groß, dass wir Tonia, mit der wir uns treffen wollten, nicht finden konnten.
Nachdem wir mit Kassierer-Hits wie »Ich muss kacken« oder »Blumenkohl am Pillermann« Philipp geweckt haben, gehen wir schlafen. Christi schnarcht wie üblich ganz schrecklich, also verziehe ich mich mit nem Schlafsack auf die Couch.
09:00 Uhr: Fünfte Kompanie, Aufstehen! Antreten zum Weißwurschtfrühstück. Heiko kommt vorbei und bringt Brezn mit. Christi isst ca. sechs Weißwürschte, und mir ist schon wieder speiübel. Oder noch. Daran ändert auch das erste Bier nix. Aber wir räumen mit dem Gerücht auf, geplatzte Weißwürschte würden nicht schmecken.
11:20 Uhr: Die U-Bahn ist überfüllt, wir müssen vom Hauptbahnhof zur Wies’n latschen. In strömendem Regen. Drei-Wetter-Taft hält, was es verspricht.
Nasse, lange Frauenhaare sind sexy.
11:35 Uhr: Wegen des Regens sind bereits alle Zelte voll und zu. Also setzen wir uns in ein Café-Zelt. Bier gibt’s keins, nur Wein und Dampfnudeln. Aber auch gut. Die Sorge kommt auf auf, dass man den Tag womöglich in diesem Zelt verbringen muss.
12:30 Uhr: Tonia gesellt sich nicht wie geplant zu uns, sondern ist irgendwie ins Augustiner-Zelt gelangt. Hoffnung keimt auf, man könne doch noch ein Zelt von innen sehen. Und tatsächlich: Fuzzy lotst uns über nen Seiteneingang rein, und bestellt sofort drei Mass. Der Tag ist gerettet.
13:00 Uhr: Annika vermeldet, man käme für 10 Euro ins Hacker-Zelt. Aber zu spät, uns geht’s schon super und wir wollen nie mehr weg.
13:30 Uhr: Der alte Holzmichl lebt noch.
14:00 Uhr: Das alte Colonia lebt hoch.
15:00 Uhr: Es wird unausweichlich: Am Montag gehe ich zum Angermayer und kauf mir ne Lederbux.
17:00 Uhr: Ich sitze zwischen zwei schönen Frauen und wenig später zwischen den Stühlen, nachdem ich der einen einen falschen Namen gebe und die zweite mit akuter Untätigkeit verjage. Da hilft auch brüderlicher Rat nix. Zumal der andere feine Herr Siegismund bereits tätig ist. Für die Dauer einer Mass kann ich mich nicht leiden. Dann geht’s wieder.
18:00 Uhr: Aus irgendeinem Grund beißen mir die beiden schönen Frauen (die Verjagte ist dann doch wiedergekommen) ständig in die Schultern. Aber da steh ich ja drauf. Am nächsten Tag hab ich hübsche, bunte Beißspuren.
22:00 Uhr: Ina schlägt ihrem Banknachbarn in schöner Regelmäßigkeit auf die Finger oder ins Gesicht. Aber er scheint nicht zu verstehen, worauf sie hinaus will.
22:30 Uhr: Die Zelttüren werden für den Pöbel geöffnet. Scheinbar müssen die letzten Bierfässer noch leer gemacht werden. Wir haben indes erstmal genug, und gehen. Vor der Tür fragt mich ein Bursche, ob ich seine Zigaretten hätte. Ich verneine und biete ihm stattdessen an, er könne sie von meinem Handy aus anrufen. Er lehnt ab.
22:45 Uhr: Ich empfinde das Bedürfnis, zu rocken, und fasse den Entschluss, in’s Backstage zu gehen. Auf dem Weg dahin erleidet unsere Gruppe schwere Verluste: Nach und nach schwächeln alle, so dass nur Ina und ich die heiligen Hallen erreichen. Hier erwarten uns schon Heiko, Timo und Pogo.
04:00 Uhr (oder so): Zuhause angekommen verziehe ich mich in weiser Voraussicht gleich wieder auf die Couch. Mir fällt die letzte geplatzte Weißwurscht zum Opfer.
Fazit: A Riesengaudi. Ich kauf mir wohl doch erstmal keine Xbox und nen Fernseher, sondern ne fesche Krachlederne. Kostet wohl ähnlich viel. Ich freu mich schon auf Donnerstag und Freitag, da geht’s wieder auf die Wies'n.
Ach, ich hab meine Kamera dann lieber doch nicht mitgenommen. Aber glücklicherweise sind von letztem Mal doch noch Fotos aufgetaucht:

Lecker. Beziehungsweise Leckerinnen.