Kleine Abenteuer in der grossen Stadt

30.9.04

Lach-Belästigung

Gestern abend Damen-Besuch gehabt. Der unangenehmen Art. Zum einen waren die voll alt, zum anderen waren sie Nachbarn, zum dritten haben sie sich beschwert. Wir seien zu laut.
»Ich wohne hier seit 34 Jahren [Anm. des Red.: Arme Sau], und es war natürlich in Eurer Wohnung immer lauter als anderswo, aber seit dem Sommer ist's besonders schlimm!« Ups, wer is'n hier im Sommer eingezogen? Was für ein Schwein das sein muss.
»Es ist die laute Musik, das Gitarrenspiel [beides Philipp] und das Lachen [Oi!]. Da ist erstma Ruhe, und plötzlich kommt da so ne Lachsalve, und sofort wacht mein Mann auf. Haben Sie hier Mediziner?« Philipp und ich gucken uns an, er bejaht. Wer solln das sein? Egal. »Mein Mann hat nämlich G72 [oder A8 oder P1 oder Ketracel White, weiß nicht mehr]. Und da können Sie sich ja vorstellen, wie's dem geht!« »Jaja.« sagt Philipp, obwohl er keine Ahnung hat.

Also spielt er ab jetzt nicht mehr Gitarre, und ich stelle ab zehn das Lachen ein. Was für ein Käse, geht eh nicht. Egal, wir wollen hier eh demnächst ausziehen. Hier stinkt's nämlich.

28.9.04

Oans, zwoa, b'suffa!

Renata und Philipp haben sich gestern gegenseitig unter den Tisch gesoffen.

27.9.04

Zünftig, günstig

Lederhosen kaufen ist gar nicht mal so einfach. Zumindest für mich. Meine Beine sind für meinen Hintern zu dick. Oder der Hintern zu schmal. Also ist die Hose an den Beinen ziemlich eng, und am Bauch zu weit. Aber der feine Herr Angermaier wollte mir die Bux nicht in größer geben. Hat sich strikt geweigert. Weil die so sitzen muss und nicht anders. Ich kann so aber nicht sitzen, weil die noch so eng ist. Aber eng ist ja ein dehnbarer Begriff…

Ich hab auch noch fesche passende Schuh, aber die sieht man irgendwie nicht.

26.9.04

Der längste Tag

Samstag.

04:00 Uhr (oder so): Christi, Ina und ich kommen aus dem 4004 zurück. Das ist ne Großdisko. So groß, dass wir Tonia, mit der wir uns treffen wollten, nicht finden konnten.
Nachdem wir mit Kassierer-Hits wie »Ich muss kacken« oder »Blumenkohl am Pillermann« Philipp geweckt haben, gehen wir schlafen. Christi schnarcht wie üblich ganz schrecklich, also verziehe ich mich mit nem Schlafsack auf die Couch.

09:00 Uhr: Fünfte Kompanie, Aufstehen! Antreten zum Weißwurschtfrühstück. Heiko kommt vorbei und bringt Brezn mit. Christi isst ca. sechs Weißwürschte, und mir ist schon wieder speiübel. Oder noch. Daran ändert auch das erste Bier nix. Aber wir räumen mit dem Gerücht auf, geplatzte Weißwürschte würden nicht schmecken.

11:20 Uhr: Die U-Bahn ist überfüllt, wir müssen vom Hauptbahnhof zur Wies’n latschen. In strömendem Regen. Drei-Wetter-Taft hält, was es verspricht.
Nasse, lange Frauenhaare sind sexy.
11:35 Uhr: Wegen des Regens sind bereits alle Zelte voll und zu. Also setzen wir uns in ein Café-Zelt. Bier gibt’s keins, nur Wein und Dampfnudeln. Aber auch gut. Die Sorge kommt auf auf, dass man den Tag womöglich in diesem Zelt verbringen muss.

12:30 Uhr: Tonia gesellt sich nicht wie geplant zu uns, sondern ist irgendwie ins Augustiner-Zelt gelangt. Hoffnung keimt auf, man könne doch noch ein Zelt von innen sehen. Und tatsächlich: Fuzzy lotst uns über nen Seiteneingang rein, und bestellt sofort drei Mass. Der Tag ist gerettet.

13:00 Uhr: Annika vermeldet, man käme für 10 Euro ins Hacker-Zelt. Aber zu spät, uns geht’s schon super und wir wollen nie mehr weg.

13:30 Uhr: Der alte Holzmichl lebt noch.

14:00 Uhr: Das alte Colonia lebt hoch.

15:00 Uhr: Es wird unausweichlich: Am Montag gehe ich zum Angermayer und kauf mir ne Lederbux.

17:00 Uhr: Ich sitze zwischen zwei schönen Frauen und wenig später zwischen den Stühlen, nachdem ich der einen einen falschen Namen gebe und die zweite mit akuter Untätigkeit verjage. Da hilft auch brüderlicher Rat nix. Zumal der andere feine Herr Siegismund bereits tätig ist. Für die Dauer einer Mass kann ich mich nicht leiden. Dann geht’s wieder.

18:00 Uhr: Aus irgendeinem Grund beißen mir die beiden schönen Frauen (die Verjagte ist dann doch wiedergekommen) ständig in die Schultern. Aber da steh ich ja drauf. Am nächsten Tag hab ich hübsche, bunte Beißspuren.

22:00 Uhr: Ina schlägt ihrem Banknachbarn in schöner Regelmäßigkeit auf die Finger oder ins Gesicht. Aber er scheint nicht zu verstehen, worauf sie hinaus will.

22:30 Uhr: Die Zelttüren werden für den Pöbel geöffnet. Scheinbar müssen die letzten Bierfässer noch leer gemacht werden. Wir haben indes erstmal genug, und gehen. Vor der Tür fragt mich ein Bursche, ob ich seine Zigaretten hätte. Ich verneine und biete ihm stattdessen an, er könne sie von meinem Handy aus anrufen. Er lehnt ab.

22:45 Uhr: Ich empfinde das Bedürfnis, zu rocken, und fasse den Entschluss, in’s Backstage zu gehen. Auf dem Weg dahin erleidet unsere Gruppe schwere Verluste: Nach und nach schwächeln alle, so dass nur Ina und ich die heiligen Hallen erreichen. Hier erwarten uns schon Heiko, Timo und Pogo.

04:00 Uhr (oder so): Zuhause angekommen verziehe ich mich in weiser Voraussicht gleich wieder auf die Couch. Mir fällt die letzte geplatzte Weißwurscht zum Opfer.

Fazit: A Riesengaudi. Ich kauf mir wohl doch erstmal keine Xbox und nen Fernseher, sondern ne fesche Krachlederne. Kostet wohl ähnlich viel. Ich freu mich schon auf Donnerstag und Freitag, da geht’s wieder auf die Wies'n.

Ach, ich hab meine Kamera dann lieber doch nicht mitgenommen. Aber glücklicherweise sind von letztem Mal doch noch Fotos aufgetaucht:

Lecker. Beziehungsweise Leckerinnen.

24.9.04

Hendl with care

Gestern war ich zum ersten mal auf der Wies'n. Also so richtig. Bin vor sieben Jahren schonmal drübergelaufen, hab aber nix getrunken, also zählt das nicht.

Nun ja, das ist halt wie Karneval, nur nicht in ner ganzen Stadt, sondern in Zelten und drumrum. Eins der ersten Lieder, das die Band gespielt hat, war tatsächlich "Viva Colonia"! Da werd ich wohl der einzige gewesen sein, der den Text kannte.

Philipp, Freddy, Sascha und Konsorten hatten sogar einen Tisch besetzt, was nötig ist, denn man kriegt nur mit Sitzplatz auch was zu trinken. Nach und nach kamen aber die Leute, die den Tisch reserviert hatten, und so mussten wir irgendwann alle stehen. Was auch nach fünf Mass noch recht gut funktionierte.

Irgendwann fing dann ein Mädel aus meinem engeren Bekanntenkreis an, mit einem Mädel aus meinem weiteren Bekanntenkreis zu knutschen. Als hätten die nicht eh schon genug Typen angezogen, die sie gerne ausgezogen hätten. Aber das schlimmste war, dass ich meine Kamera nicht dabei hatte. Aber morgen gehe ich nochmal hin, und dann kommt die Kamera mit. Und mein Bruder Christian auch.

22.9.04

Portugiesen sind Schweine

Da ist wohl mit viel Verkehr zu rechnen. Besonders in Stoßzeiten.

21.9.04

Ausbruch

Es ist ein geschlossenes System, aus dem es eigentlich kein Entrinnen gibt:
Benutzte Socken wandern von meinen Füßen direkt in den Wäschesack, aus dem in die Waschmaschine, und von da ungebremst auf unseren Kleiderständer. Irgendwo im Mittelteil verschwinden aber trotzdem einzelne Socken.
Im Kreise der Familien-Waschungen, wo sechs Leute alle die gleichen schwarzen Socken getragen haben, war das ja noch verständlich bzw. egal. Da gab's dann nämlich einen Socken-Pool von 20-30 einzelnen Socken, und wer Glück hatte, konnte zwei von denen paaren. Ihr versteht, wie ich das meine. Und wenn eine lange genug im Pool war, ohne einen Partner zu finden, wurde sie halt zum Silberputzen verwendet.

Aber wo sind jetzt die Einzelkämpfer-Socken? Hab ich sie denn nicht immer pfleglich behandelt? Und was mach ich mit den einzelnen, wo ich doch kein Silber habe?

19.9.04

O'zapft is!

Ich möchte nicht wissen, wie oft das heute in Blogüberschriften, Email-Betreffzeilen, Newsmeldungen oder SMS geschrieben worden ist. Aber da kann man nix machen. Is halt so. O'zapft.

Zur Strafe gab's erstmal ein Weißwurstfrühstück. Mit Weißbier und Brezn. Und Weißwurst. Der Sage nach können Zugereiste nicht mehr als zwei essen, sonst wird ihnen schlecht. Bei sowas reagiere ich ja gerne mit einem ritterlichen »Pah!« und beweise der Welt das Gegenteil, aber nach zwei Würsten war ich dann doch froh, dass keine mehr da waren.

Den Bier-Anstich haben wir dann nur im Fernsehen angeschaut. Ok, ehrlich gesagt hab ich ihn verpasst, weil ich gerade telefoniert hab, aber Ude hat wohl drei Schläge gebraucht. Das ist okay.

Auf die Wies'n bin ich dann aber nicht mitgegangen. Der Grund wird nicht verraten, sonst heißt es wieder, meine Einträge seien repetitiv, nur weil ich dann schreiben würde »Ich musste den ganzen Tag arabische Terroristen erschießen«, dabei hat die Beschwerdeführerin heute den ganzen Tag Vietnamesen erschossen, was auch nicht besser ist, und ein Dirndl hat sie wahrscheinlich auch nicht. So.

Dem Sascha (links) wird nach fünf Weißwürsten schlecht. Da dem Philipp (rechts) nicht einmal schlecht wird, wenn seine alten Nudeln am Herd festschimmeln, kann der bestimmt 72 Weißwürste essen.
Bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass das Weißbier braun war.

16.9.04

Es lebt!

Na sowas. Halb zehn, ich bin zuhause und hab sogar noch Hirnaktivität, wenn auch nur schwach messbar. War in den letzten Tagen eher selten. Der konstante Leser dürfte erahnen, woran's liegt: Richtig, Heft-Abgabe.
Und »mein« Multiplayer-Teil geht als erstes in den Druck, muss deshalb als erstes fertig sein. Entsprechend fertig fühle ich mich jetzt auch.

Nach dem Test von Evil Penius* muss ich jetzt noch den Test zu
Full Rectum Warrior* machen, und dann bin ich durch mit meinem Programm. Leider verpasse ich deshalb gerade die Gelegenheit, mich ins Fernsehen zu drängen. Ina brauchte heute Leute für »Welt der Wunder«. Die haben gerade Sex-Wochen. Machen deshalb lauter Beiträge über Verhütung, Bumsen, Betten und was weiß denn ich. Und heute ging's wohl ums Flirten in Diskos. Und darum, welche Gesichter man ansprechend findet. Was ich da sollte, weiß ich also auch nicht.

Aber mit Freigetränken in nem Club kann man mich immer locken. In besagtem Laden, dem Pasha, muss ich schonmal gewesen sein, kann mich aber nicht mehr dran erinnern. Aber mich hat mal eine angesprochen: »Hey, hallo, wir kennen uns ausm Pasha!«. Ich hatte die noch nie gesehen und sagte »Nee, kann nicht sein, ich kenn das Pasha gar nicht. Bin erst seit ein paar Wochen hier.« »Ha, das haste letztes mal auch gesagt!« Soviel zu meinen Disko-Flirtfähigkeiten. Wobei, ich bin da ma vor sechs oder sieben Jahren in Bonn in ner Disko angelabert worden. Das war nett.

Egal, ich kann da jedenfalls heute Abend nicht hin. Muss mit der US-Army in Zekistan Leute erschießen. Wo auch immer das ist. Aber Amis wissen ja eh nie, wo sie gerade sind, wenn sie wen erschießen.

* Namen von der Redaktion geändert

10.9.04

Frauengespräche

Ina: »Es gab damals ja nur drei große Komiker:
Charlie Chaplin, Buster Keaton und Dick und Doof.«

Männergespräche

Philipp: »Kannste ma aufhören zu fummeln?«
Kniffi: »Ich fummel net, ich drück!«

Feierpower

Heute hat Ina, unsere blonde Hausmaus, Geburtstag. Die zieht jetzt mit Mann und Philipp um die Häuser.
Merkt Ihr was? Ich ziehe nicht mit. Hab bis gerade eben rund 560 Vietcong erschossen (und das mit nem Kilo Chilli im Bauch) und davon noch jede Menge Fotos gemacht. Das macht mürbe. Also bleib ich lieber daheim, spare mir meine Energie bis morgen und versuche, mich von Nummer sechs nicht vom Schlafen abhalten zu lassen.

6.9.04

Ma'n echtes Rätsel

So, das Suchbild war ja leicht. Aber nur wird's schwer. Hier kommt ein Rätsel der Neuzeit.
Es gibt 18 Level, aber nix zu gewinnen. Dafür könnt Ihr ne Menge Schlaf verlieren.

5.9.04

And the winner is:

Mark, mit seiner Arschtritt-Theorie. Als Preis erhält er diese wundervolle Kombination aus Augenbinde und Beleidigungsverstärker:

Man sollte jedoch nach Möglichkeit nicht beides gleichzeitig einsetzen.

4.9.04

Suchbild

Was ist hier los? Wer's errät, kriegt einen Preis.

2.9.04

Verfolgungswahn

Ich hab Philipp am Wochenende mein Auto geliehen. Ich war ja mit der Bahn in Koblenz. Und auf dem Weg zuruck nach Muc smst mir Ina »Haha, Philipp hatte gestern ne Verfolgungsjagd mit der Polizei!«. Mit meinem Auto? Oder wie oder was oder wer?
Aber nein, zum Glück nur mit seinem Roller. Und das kam so:

Philipp rollte leicht angeschiggert heim, und war wohl doch so heiter, dass er die Gänge nicht mehr richtig reingekriegt hat. Das haben die Herren von der Rennleitung, die zufällig an der nächsten Kreuzung kreuzten, wohl auch bemerkt und sind ihm unauffällig und geruchslos gefolgt. Aber Philipp hat's natürlich bemerkt, hat die Scheinwerfer ausgemacht und ist auf dem Bordstein bis vor unsere Tür gefahren. Dort angekommen eilte er ins Haus und ward gerettet.

Anschließend ist er auf unseren Balkon geschlichen und hat sich diebisch gefreut, dass die Polizei auf der Straßenecke stand und mit ihrem Suchscheinwerfer vergeblich Scheinwerfer gesucht hat.
Nachdem sich die Burschen verkrümelt hatten, schnappte sich Philipp seine Moped-Abdeckhaube und sprang vom Balkon, um den Roller abzudecken (erwähnte ich, dass wir im Erdgeschoss wohnen?). Just als er da so am abdecken war (warum heißen Pferdeschlächter eigentlich Abdecker?) kam die Polizei wieder vorbei und versuchte, ihn mit dem Suchscheinwerfer zu paralysieren. Weil Philipp aber kein Reh ist, entsprang er flugs zur Haustür. Nur um zu merken, dass er seine Schlüssel auf dem Balkon gelassen hatte. Also musste er klingeln. Ina war aber auf dem Klo oder sowas, und konnte erst aufmachen, als schon beinahe die Handschellen klickten.

Die Rennleitung gab sich daraufhin geschlagen und verzog sich, um wahrscheinlich andernorts unschuldigen Discogängern aufzulauern.