Kleine Abenteuer in der großen Stadt

3.8.06

Kartentrick

So, wo war ich stehengeblieben? Im Flieger nach Dallas. Zugegebenermaßen saß ich dabei.
Nachdem wir also genug Kerosin und Dicke abgelassen hatten, sind wir dann doch irgendwann gestartet. Und in Dallas angekommen. Toll. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

In Dallas hab ich mir dann ein Taxi rangewunken. Der Fahrer hörte arabische Musik von der ich dachte, sie sei seit 9/11 verboten. Ich hab ihn vorsichthalber mal gefragt, ob er denn Kreditkarte nähme. »Das no problem, mahn.« Also 30 Minuten mit ihm durch dunkle Steppe gejuckelt, die sogar um halb elf Uhr abends noch knapp 40 Grad warm war. Nervös gemacht hat mich dabei eigentlich nur, dass er ständig einen Kollegen per Handy gefragt hat, wo er eigentlich hin muss. Ob er denn den weg kennen würde, hab ich ihn gefragt. »Das no problem, mahn.« Gut gut, wollte nur sicher gehen.

Am Hotel angekommen (das Ende gestaltete sich als Suchfahrt) halte ich dem Mann meine Kreditkarte hin. »Haben Sie kein Bargeld?« »Nein. Deshalb habe ich Sie explizit gefragt, ob Sie Kreditkarte akzeptieren.« »Aber es ist nach elf.« »Was hat das mit irgendwas zu tun?«. Da hat er dann doch meine Karte genommen. Und einen Belegblock. Und eine Kulikappe. Hat einen Zettel des Belegblocks auf meine Karte gelegt und mit der Kulikappe meine Kreditkartendaten abgerubbelt. »Was zur Hölle machen Sie denn da?« »Ich hab doch gesagt, ich hab kein Lesegerät.«
Merke: »Das no problem, mahn« heißt bei Taxifahrern am Flughafen Dallas: »Ich bekomme um die Zeit ja wohl keinen anderen Kunden mehr, nehme also jeden mit, der sich nicht wehrt. Und nen Kartenleser hab ich natürlich auch nicht. Ist ja schon bald elf.«
Während der Fahrt heißt »Das no problem, mahn« übrigens: »Ich hab nicht die geringste Ahnung, wo Dein verkacktes Hotel ist, aber Du ja auch nicht. Also merkst Du gar nicht, wenn ich nen Umweg und dreimal im Kreis fahre und dann so tue, als wäre das alles geplant gewesen.«

Als er die Kartennummer durchgepaust hat und anfängt, meinen Namen abzurubbeln, wird's mir zu doof: »Hören Sie auf damit. Das ist lächerlich. Sie machen mir nur die Karte kaputt. Fahren Sie mich zu nem Geldautomaten. Und lassen sie den Taxometer aus.« »Das no prob...« »Sagen Sie's nicht.«

Als der Mann mein Geld und meine Geduld hat, gehe ich zum Check-In des Hotels, verlange mein Zimmer und meine Ruhe. Wo ich denn herkäme, werde ich gefragt. Aus Deutschland, antworte ich. »Ach, ich habe gehört, das sei so ein schönes, sauberes Land. Und so technisch weit entwickelt.«
Im Vergleich zu Amerika ist das auch gar nicht mehr schwer.

14 Comments:

Blogger McKenna said...

Hier verbreiten sich solche Geschichten auch schnell. Dank solcher Dinge wie dem Internet.
Ein Glück, dass Ich nie in Dallas war. Wieder einen Fehler erspart.

3/8/06 21:26

 
Blogger Frauke said...

Hähä,

Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten....

Einganz großes HALLOOO,

Princess ;-)

3/8/06 22:12

 
Blogger jendrik said...

Unmögliche Erfahrungen macht man im Land der unbegrenzten Möglichkeiten!

Ich hoffe, Du bist bei der Gelegenheit wenigstens in den Genuss eines Drive-Through-Geldautomatens gekommen. ;-)

3/8/06 22:15

 
Blogger jendrik said...

..."Geldautomates" sagt man wohl eher. Oder gibt's da auch Gemüse?

3/8/06 22:18

 
Blogger Lou said...

Ich hoffe das das Hotel wenigstens was gescheites war (geräumig, sauber, klimatisiert etc) und nicht ne Absteige...

3/8/06 22:33

 
Blogger DasDaniel said...

Fabian versucht mit allen Mitteln, mir meinen USA-Urlaub madig zu machen *g*

3/8/06 23:44

 
Blogger Aufklärungszentrale said...

Hoffentlich haben sie wenigstens im Hotel Karte genommen.

4/8/06 09:47

 
Anonymous Sonnenscheinguru said...

Jetzt musst du nur aufpassen das der Herr nicht über deine Kreditkarte Zahlungen von dubiosen Konten in SaudiArabien abwickelt ^^

4/8/06 09:55

 
Blogger Knurrunkulus said...

wenn ich's mir nicht so gut vorstellen könnte, würde ich ja sagen das du jetzt alles einfach nur erfunden hast. aber ich kann es mir sehr gut vorstellen. ich liebe es, wenn klischees bestätigt werden. und ich glaube das das alles erst die spitze des eisbergs war.

und das ist das wirklich schlimme an der ganzen sache.

gut, das du's überstanden hast. drüben im krisengebiet. ;-)

4/8/06 10:04

 
Blogger Mo said...

Fabian, fahr nach Schweden. Schöne Frauen und Kartenleser in jedem Taxi. Allerdings zu wenig Spieleentwickler. Hm, eine Zwickmühle

4/8/06 10:38

 
Blogger Knurrunkulus said...

ähm .... wo ist da die zwickmühle?

4/8/06 10:44

 
Blogger RasPutina said...

bitte mehr!

4/8/06 15:03

 
Blogger Fabian said...

Ich bin ja gerade erst bei Samstagabend... und war bis Dienstag da.

4/8/06 16:12

 
Anonymous Marcel said...

hehe, ich bin inzwischen 3 mal in Dallas gewesen und hatte zumindest mit dem bezahlen nie probleme gehabt. nur das mit den orientierungschwierigkeiten kenne ich auch, jedoch nicht bei hotels, eher wenn man irgendwo in der Dallas-Region hin muss. die "stadt" dehnt sich unglaublich weit aus

6/8/06 03:30

 

Kommentar veröffentlichen

<< Home