Kleine Abenteuer in der grossen Stadt

10.1.10

Kinderspiel

Seit Noam auf der Welt ist, werde ich immer wieder gefragt: »Wie ist das denn so mit sonem Baby?« Dabei lässt sich das doch ganz leicht selbst ausprobieren, wie das so ist mit sonem Baby:

Schritt 1: Die Schwangerschaft
Lassen Sie sich einen Kastenteufel operativ in ihre Bauchhöhle einpflanzen. Der Kastenteufel sollte aus weichem, organischen Material bestehen, idealerweise aus lebendem Schwamm, der im Laufe von neun Monaten auf ein Gesamtgewicht von gut zehn Kilo anschwillt. Um das Gerät mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen, schlagen Sie fünfmal am Tag ein beliebiges Kochbuch auf und blättern Sie willkürlich zu irgendeiner Seite. Tippen Sie mit verbundenen Augen auf einen beliebigen Punkt auf besagter Kochbuchseite. Von der Rezeptzutat, auf die Ihr Finger dabei gefallen ist, essen Sie nun so viel, bis Sie sich übergeben müssen.
Ferner muss der Kastenteufel mit einem Zufallsauslöser bestückt sein. Das Gerät wird derart implantiert, dass der aus dem Kasten springende Teufel in Richtung Unterleib heraus schnellt. Nur so erleben Sie das maximale Schwangerschaftsgefühl: Übelkeit, unkontrollierbare Gewichtszunahme und überraschende Stöße in die Blase.

Schritt 2: Die Entbindung
Lassen Sie den Kastenteufel entfernen und sich stattdessen einen Fußball in den Zwölffingerdarm einnähen. Engagieren Sie Luca Toni, um den Ball in regelmäßigen Abständen mit überraschenden, gezielten Trittattacken in Richtung Anus zu treiben. Wenn Tonis Fußtritte im Abstand von fünf Minunten kommen, fahren Sie ins Krankenhaus. Lassen Sie hier ein bisschen Ihren Bauch und den Fußball abhorchen und sich danach wieder nach Hause schicken. Gehen Sie heim, berühren Sie kurz Ihre Türklinke und fahren Sie gleich wieder zurück ins Krankenhaus, denn jetzt ist es wirklich so weit. Pfeifen Sie nun auf den goldenen Vorsatz, keine Schmerzmittel nehmen zu wollen, und jagen Sie sich so viele Drogen rein, wie Sie kriegen können. Hier ist Luca Toni ein hilfreicher Ansprechpartner. Nach gut 14 Stunden dürften Sie das Ding aus sich rausgepresst haben. Freuen Sie sich, jetzt haben Sie etwas zum Spielen! Und wenn’s nur ein beschissener Fußball ist.

Schritt 3: Füttern des Babys
Binden Sie eine Maus an eine Kordel und fixieren Sie am Ende der Kordel eine leistungsstarke Metallklemme, wie Sie sie von Ihrem Überbrückungskabel im Auto kennen. Befestigen Sie die Klemme an Ihrer rechten Brustwarze. Nun lassen Sie die Maus innerhalb des von der Kordel bestimmten Bewegungsspielraums frei herumlaufen und –springen und so kontinuierlich aber unberechenbar an der Klemme zerren.
Wenn der Schmerz nach etwa zehn Minuten durch ein Taubheitsgefühl abgelöst wird, wechseln Sie die Klammer zur frischen linken Brustwarze.

Schritt 4: Wickeln des Babys
Füllen Sie einen halben Liter Buttermilch in eine Plastiktüte, und geben Sie für die richtige Färbung gelbes Curry-Pulver hinzu. Schlagen Sie die Mixtur mit einem Schneebesen schaumig. Verzwirbeln Sie die Öffnung der Tüte mit zwei oder drei Drehungen und stellen Sie das Gemisch für 48 Stunden auf die Heizung. Legen Sie den Beutel anschließend mit der Öffnung nach unten in eine Windel und lassen Sie das Paket drei Stunden ruhen. Sobald ein süßlich-käsiges Aroma den Raum durchflutet, legen Sie die Tüte mit der Windel auf den Wickeltisch. Öffnen Sie die Windel und hoffen Sie, dass sich die Tüte zwischenzeitlich selbst entleert hat. Warten Sie fünf bis zehn Minuten.

Sagen Sie laut: »Ach, da kommt nichts mehr!« und entfernen Sie die Windel. Nun schlagen Sie plötzlich mit der flachen Hand mit voller Wucht auf die Plastiktüte. Versuchen Sie, sich dabei selbst zu überraschen. Der Inhalt der Tüte wird sich nun explosionsartig und nach einem unvorhersehbaren Muster im Raum verteilen. Reinigen Sie sich selbst, den Wickeltisch und die nähere Umgebung, nehmen Sie eine neue Windel und eine neue Tüte körperwarme Curryschaum-Buttermilch und beginnen Sie das Spiel von vorne.

Schritt 5: Das Baby Anziehen
Bohren Sie acht schmale Löcher kreisförmig angeordnet in ein Holzbrett. Nehmen Sie nun einen lebenden Kraken. Stecken Sie nacheinander und reihum die Fangarme des Tieres durch die Löcher, ohne dass sich das Tier dabei aus Ihrem Griff windet. Binden Sie dann auf der anderen Seite des Brettes adrette Schleifchen aus je zwei Tentakeln des Kraken. Versuchen Sie, das Anziehen so zu gestalten, dass das Tier die Prozedur überlebt.

Schritt 6: Mit dem Baby reden
Rufen Sie in jeder freien Minute, die Sie nicht mit den vorgenannten Schritten beschäftigt sind, eine beliebige Telefonnummer in China an. Sobald sich am anderen Ende der Leitung ein Gesprächspartner zu erkennen gibt, beginnen Sie mit erhöhter Stimme auf ihn einzuplappern. Was Sie erzählen, ist dabei völlig egal, Hauptsache es klingt aufmunternd und friedlich. Seien Sie sich also nicht zu blöd, dem werten Chinesen Ihre Lohnsteuererklärung, Abschnitt A, vorzulesen.
Erfreuen Sie sich regelmäßig an den merkwürdigen Lauten, die Ihr Gesprächspartner von sich gibt, und bestärken Sie ihn ab und zu mit einem herzlichen »Ja fein!« oder »So süß bist Du!«.

Schritt 7: Spazierengehen mit dem Baby
Hüllen Sie eine Ihrer gewickelten Curryschaum-Buttermilchtüten in die Liegeschale Ihres Kinderwagens. Fangen Sie den Kraken ein und stopfen Sie die acht Krakenarme wie gehabt in die dafür vorgesehenen Löcher. Ziehen Sie anschließend ein keckes Mützchen über den Kopf des Tieres. Legen Sie den Kraken zur Curryschaum-Buttermilchtüte in die Liegeschale. Tragen Sie nun das Chassis des Kinderwagens vier Stockwerke hinab in den Flur des Erdgeschosses. Laufen Sie zurück in die Wohnung und holen Sie die Liegeschale mit dem Kraken und der Curryschaum-Buttermilchtüte.

Im Erdgeschoss angekommen setzen Sie beide Teile zusammen. Nun sind Sie bereit, um noch einmal in die Wohnung zu laufen, um die Wickeltasche zu holen, die Sie vorher vergessen haben. Zurück ins Erdgeschoss. Betrachten Sie den Kraken und kommen Sie zu dem Schluss, dass er noch Handschuhe braucht. Zurück in die Wohnung, Baby-Handschuhe besorgen, alternativ Babysocken. Bei der finalen Inspektion des Kinderwagens fällt Ihnen auf, dass der Krake die Curryschaum-Buttermilchtüte aufgeknabbert hat. Unterbrechen Sie den Spaziergang, um Schritt 4 (Wickeln) zu wiederholen. Wo Sie gerade dabei sind, wiederholen Sie auch Schritt 3 (Füttern).

Begeben Sie sich nun zum Babyaustatter Ihrer Wahl, und kaufen Sie einen Ersatz für den Kinderwagen, den man Ihnen zwischenzeitlich aus dem Treppenhaus gestohlen hat. Eilen Sie anschließend wieder nach Hause, um den bemützten und behandschuhten Kraken vor dem Überhitzungstod zu retten.

Schritt 8: Eine Auszeit nehmen
-entfällt-

Schritt 9: Schlafen
Bleiben Sie einen Tag und eine Nacht lang wach, um die richtige Grundlage zu schaffen. Am Ende des zweiten Tages legen Sie sich um 22:00 Uhr ins Bett, stehen dann aber sofort wieder auf und wiederholen Schritt 3 (Füttern). Laufen Sie anschließend mit einer Ihrer Curryschaum-Buttermilchtüten in der Wohnung auf und ab und singen Sie leise, bis es 23:00 Uhr ist.
Nun führen Sie Schritt 4 durch (Wickeln), stellen einen Wecker auf 01:30 Uhr und legen sich schlafen. Wachen Sie um ein Uhr auf und sorgen Sie sich, weil der Krake gar keine Schlafgeräusche macht. Nachdem Sie sichergestellt haben, dass der Krake noch lebt, legen Sie sich wieder hin, bis um 01:30 Uhr der Wecker klingelt.

Nun sorgen Sie sich, weil die Kordelmaus so laute Schlafgeräusche macht. Nachdem Sie sichergestellt haben, dass die Kordelmaus noch lebt, spazieren Sie bis drei Uhr durch die Wohnung und telefonieren Sie in gewohnter Manier mit China. Schlafen Sie nun eine Stunde. Im Sitzen.

Ergießen Sie jetzt eine Curryschaum-Buttermilchtüte über das Kinderbett. Machen Sie die Sauerei weg, während Sie dabei die Kordelmaus an einer Brustwarze Ihrer Wahl zerren lassen. Anschließend fangen Sie den Kraken ein, stopfen die acht Krakenarme in die dafür vorgesehenen Löcher und machen Sie die Schleifchen drauf. Kommen Sie gegen fünf Uhr zu dem Schluss, dass Sie jetzt auch nicht mehr ins Bett gehen müssen. Ziehen Sie sich an und freuen Sie sich auf einen neuen Tag mit Ihrem Baby.

3.10.09

IOCus

Wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) am 2. Oktober 2009 bekanntgab, werden die Olympischen Sommerspiele 2016 in München stattfinden, und zwar in der Wohnung der Familie Siegismund. Die Siegismunds sind damit die ersten Privatpersonen, die Gastgeber der Veranstaltung sein werden.

Für die Olympischen Sommerspiele 2016 läutete das IOC am 16. Mai 2007 die Bewerbungsphase ein. Alle 203 Nationalen Olympischen Komitees wurden eingeladen, ihre Kandidatur vorzubringen. Bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 13. September 2007 reichten sieben Städte ihre vollständigen Unterlagen beim IOC ein. Auf dieser Basis erklärte das Executive Board des IOC am 4. Juni 2008 die Städte Chicago, Tokio, Rio de Janeiro und Madrid zu offiziellen Kandidaten. Baku, Doha und Prag waren im Vorfeld ausgeschieden.

Nachdem sich Rio de Janeiro in der dritten Wahlrunde mit 66 zu 32 Stimmen deutlich gegen Madrid durchsetzen konnte, entschied sich das Komitee überraschend in letzter Sekunde für die spontan nachnominierten Münchner.
Fabian Siegismund, aus dessen Feder die Bewerbung stammt, kann sich den Erdrutsch-Sieg selbst kaum erklären: »Naja, eigentlich wollte ich nur, dass die Ritter Sport Olympia wieder verkauft wird. Hab dann wohl an die falsche Stelle geschrieben. Und der Text war vielleicht auch ein bisschen wirr. Es war nämlich schon ziemlich spät und ich hatte krass Hunger auf was Süßes.«

Mit seinem Schreiben an das Olympische Komitee hatte Siegismund offensichtlich genau den Nerv der Jury getroffen. Jacques Rogge, der Präsident des IOC, erklärt: »Es war schon relativ spät am Abend, als meine Assistentin den Brief ins Plenum brachte. Der werte Kollege aus Jamaica hatte uns allen ganz besondere Zigarren aus seiner Heimat mitgebracht, die wir im Zuge der letzten Wahlrunde genossen, und da schien uns der Herr Siegismund mit seinem Brief geradewegs aus der Seele zu sprechen. Das ist unser Mann, haben wir gerufen, der soll das mal machen mit dem Olympia 2016!«

Die späte Nachnominierung der Siegismunds verblüfft Olympia-Experten in aller Welt. Vereinzelt werden nun Stimmen laut, das Wahlergebnis könne nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Vetternwirtschaft, heißt es da. Dazu Jacques Rogge: »Nach dem Deal mit China letztes Jahr haben wir für immer ausgesorgt und haben damit gar kein Interesse mehr an Schmiergeldern.« Den Vorwurf, bislang habe niemand überhaupt auch nur von den Siegismunds gehört, lässt der IOC-Präsident nicht gelten: »Na und?!« poltert, Rogge, »Doha und Baku kennt doch auch keine Sau!«

Die Olympischen Spiele 2016 in die Maxvorstadt zu holen entspricht genau der Strategie des Internationalen Komitees. Rogge erklärt: »Als wir Peking zum Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2008 gewählt haben, haben wir eindrucksvoll bewiesen, dass wir keine Ahnung haben, was wir hier eigentlich tun. Und diesen Kurs fahren wir unbeirrt weiter.«

Finanzielle Nöte befürchtet Fabian Siegismund im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen nicht. Er sieht der Ausrichtung des Wettkampfs gelassen entgegen und gibt zu Protokoll: »Das haben ja auch schon ärmere Gastgeber als wir es sind geschafft. Zum Beispiel Berlin.« Außerdem wittert der 33jährige ein großes Geschäft bei der Fernsehübertragung. Die will der Wahl-Münchner nämlich selbst durchführen: »Ich hab uns extra ne HD-Kamera gekauft«, berichtet Siegismund.

Einige Sportler äußern sich allerdings skeptisch über die Wahl des Austragungsortes. Golf-Ass Tiger Woods, der sich für eine Aufnahme seines Sports in das Wettkampfprogramm der Olympischen Spiele bemüht, kritisierte die teils mangelhafte Ausstattung der Wohnung der Siegismunds. Woods moniert: »Der Boden im Kinderzimmer hängt voll durch, da kann man gar nicht geradeaus einlochen.« »Soll man ja auch gar nicht«, kontert Siegismund, »das ist ja Holzfußboden, da mach ich doch nicht noch extra Löcher rein!« Golf fiele damit für die Olympischen Spiele 2016 aus, denn das sei ohnehin gar kein richtiger Sport.

Auch in Sachen Schwimmen werden sich die Turnierteilnehmer an die besonderen Umstände gewöhnen müssen. Im recht beengten Becken im Bad der Familie Siegismund gilt es, die Wenden präzise und auf den Punkt zu bringen. Schwimmstar Michael Phelps fürchtet unter diesen Umständen um seinen Weltrekord. Doch auf Phelps sind die Siegismunds ohnehin nicht gut zu sprechen: »Wenn der wieder mit seinem Schwimmanzug aufkreuzt, der elende Fuddeler« schimpft Fabian Siegismund, »dann kann er gleich in der Umkleide bleiben.« Die wird sich, sehr zur Freude der Nachbarn, auf dem Balkon der Wohnung befinden.

Dort wohnt auch das Maskottchen der Olympischen Sommerspiele 2016: Castor, der lustige Bierkasten, der schon seit geraumer fester Bestandteil der Wohnung der Siegismunds ist. Und obwohl die junge Familie den rechteckigen Racker fest in ihr Herz geschlossen hat, darf IOC-Präsident Rogge den kleinen Castor nach der Abschlussfeier mit nach Hause nehmen – 3,10 Euro Pfandzahlung vorausgesetzt.

Was den genauen Termin des Sport-Spektakels angeht, so wollen sich die Siegismunds noch nicht festlegen. In der jüngsten Vergangenheit war Doha allein deshalb aus dem Wettbewerb ausgeschieden, weil das Öl-Emirat wegen der hohen Sommertemperaturen die Olympischen Sommerspiele erst im Oktober abhalten wollte. Doch Fabian Siegismund weiß zu beruhigen: »Im Oktober geht’s nicht. Nach der Wiesn ist mir immer ne Woche lang schlecht, und dann hab ich auch schon Geburtstag. Also machen wir das lieber alles vorher.«

US-Präsident Barack Obama zeigt sich derzeit noch besorgt, was die Sicherheitsvorkehrungen in der Isar-Metropole anbelangt. Doch die Siegismunds wissen die Bedenken des Staatsmannes zu zerstreuen: »Wir haben einen Türspion!« verkündet Siegismund stolz, und wedelt dabei mit dem Baseballschläger, den der Lebemann im Flur aufbewahrt. Offensichtlich ist Siegismund selbst begeisterter Sportler.

Auch was die übrige Infrastruktur angeht, wissen die Siegismunds zu überzeugen: Der Fahrstuhl im Treppenhaus garantiert, dass auch die Paralympics stattfinden können. Außerdem verfügt die Wohnung über Nest Thermostat und einen 52 Zoll großen LCD-Fernseher, auf den Siegismund besonders stolz ist. Siegismund ganz spendabel: »Da kann der Tiger Woods dann auch sein Golf gucken, wenn er unbedingt will.«

Der Süßigkeiten-Hersteller Alfred Ritter GmbH hat sich mittlerweile bereit erklärt, die zwischenzeitlich abgesetzte Olympia-Schokolade wieder in sein Sortiment aufzunehmen. Das gefällt Siegismund: »Da ist ja auch noch Traubenzucker drinne, da tut man also auch noch was für die Gesundheit. Außerdem mag meine Frau die so gerne.«

Frau Siegismund wird 2016 unter anderem auch für die Verpflegung der geschätzten 12.000 Sportler sowie der anreisenden Medienvertreter zuständig sein. Doch die werdende Mutter gibt sich gelassen:
»Ich mach dann jetzt mal Nudelsalat.«

12.7.09

Black Hole Son

Okay, dann wird's halt doch ne Army of Three.

Wird ein Junge. Der kann sich jetzt schonmal auf jede Menge Taschenmesser, Chinaböller und Computerspiele gefasst machen.

29.6.09

Dependence Day

Schon alle eingeschlafen? Gut. Hier kommt der Paukenschlag!

Nächsten Samstag wird geheiratet.

7.5.09

Heft 4 Dead

Aktuelle Redaktions-Folge, aktuelles Heft. Kaufen.

22.4.09

Von Laien regiert

Klicken und unterstützen, auch wenn die Seite anfangs Euren Browser lahmlegen könnte. Aber lieber das, als sich früher oder später das Internet lahmlegen zu lassen.

21.4.09

Payne Freeze

Okay, ich erkenne die Misere: Jeder Depp rennt heutzutage mit zwei Pistolen durch Actionfilme. Das muss man also toppen. »Hey, wir geben dem Typen einfach zwei Pumpguns! Pumpguns sind cool!« Genau.

So cool, dass man VERDAMMT NOCHMAL ZWEI HÄNDE BRAUCHT, UM NACHZULADEN, IHR DEPPEN!

5.4.09

Aufreißer

Frühling ist's, ich möcht frohlocken,
endlich kann in Shorts ich zocken.
Im Garten blühen Osterglocken,
ich pflück mir welche (ohne Socken).
Der Zimmerschimmel wird jetzt trocken,
darauf freu ich mich seit Wocken!

Wocken ist ein wenig bekannter Feiertag der Jedi-Ritter anlässlich der Zerstörung des ersten Todessterns. Die Zerstörung des zweiten Todessterns wird nicht gefeiert, der war ja noch gar nicht ganz fertig. Zu Wocken gibt's traditionell chinesisches Essen.

Oder so. Jedenfalls ist jetzt Frühling. Was ich vor allem daran merke, dass die Bauarbeiter wieder aus ihren Löchern kriechen und Straßen kaputt machen.

Wenn es eine höher entwickelte Lebensform als den Menschen gibt (was ich doch sehr hoffen möchte), die uns bei unserem alltäglichen Leben beobachtet (was ich doch nicht hoffen möchte), dann sind Bauarbeiter für die bestimmt sowas wie für uns die Biber. Biber sind in unseren Augen ja sehr putzig, wie die da immer so Bäume fällen und Staudämme bauen und kleine Teiche anlegen. Für die beteiligten Fische ist das aber bestimmt kein Spaß. Stellt Euch vor, Ihr seid ein Aal, und wollt schön zum Ablaichen zurück in den Atlantik schwimmen, und da baut Euch einer sonen Staudamm quer. Ich mein, Ihr seid ja keine Lachse, die da grad mal rüberhechten können. Deshalb regen sich die Aale bestimmt voll auf und sagen: »Ey, was solln das jetzt?! Der Bach war doch gestern noch voll in Ordnung!«

Und so ging's mir gestern auch. Ich komm ausm Haus, will schön in die Schellingstraße (nicht ablaichen, sondern einkaufen), komme in die Barerstraße und was ist da los? Baustelle, der ganze Asphalt aufgerissen. Ich reagiere, wie es jeder anständige Aal tun würde: »Ey, was solln das jetzt?! Die Straße war doch gestern noch voll in Ordnung!« Vor mir auch ein Renterpaar, ähnlich verwirrt über den baulichen Eingriff in unser natürliches Habitat, mit denen ich mich gemeinsam kurz über diese im Zweifel maßlose Verschwendung von Steuergeldern aufrege, und das bei der aktuellen Finanzkrise, wie man das halt so in einer solchen Situation macht. Ist bei Aalen bestimmt auch nicht anders. »Hmm, was kömmer machen, was kömmer machen«, fragen die sich dann, »durch den Staudamm aalen können wir uns nicht, dafür ist das Wasser zu flach, und in der Sonne aalen können wir uns auch nicht, dafür ist der Witz zu flach.«

Die Bauarbeiter haben die Barerstraße bis runter zum Stachus kaputt gemacht. Und an der war echt nix dran. Gibt's mittlerweile vielleicht ne Abwrack-Prämie für Straßen? Ne alte Straße rausreißen und ne neue dafür bekommen? Wenn die dann die gebrauchten Straßen wenigstens irgendwo lagern würden, damit man die noch weiterverwerten kann. Zumindest in Teilen. Nen einzelnen Parkplatz vielleicht. Also ich würd einen nehmen, auch wenn ich gar kein Auto hab, aber nen Parkplatz kann man immer gebrauchen.

Dass die Abwrackprämie auch Umweltprämie heißt, ist doch sowieso der größte Witz. Schrottautos produzieren für die Umwelt? Die müsste man konsequenterweise auch für Verkehrsunfälle mit Totalschaden auszahlen. Oder von den Kosten für die Führerscheinprüfung abziehen, ist für viele Fahranfänger dann ja ein Nullsummenspiel.

Wenn's die Abwrackprämie jetzt auch für Straßen gibt, dann kann ich mir genau vorstellen, wohin diese Gelder fließen: zu den Bibern. Das kann doch kein Zufall sein, dass sich die staudammbauenden Biber und die straßenaufreißenden Bauarbeiter so ähnlich sind. Dazu ein paar unbestreitbare wissenschaftliche Fakten:

Der Lebensraum des Bibers sind fließende und stehende Gewässer.
Der Lebensraum des Straßenbauarbeiters ist fließender und stehender Verkehr.

Der Biber bewegt sich aufgrund seines plumpen Körperbaus nur langsam.
Wer schonmal einen Straßenbauarbeiter dabei beobachtet hat, wenn er die Fahrbahn freimacht, weiß, wovon der Zoologe spricht.

Biber sind semiaquatisch, Straßenbauarbeiter haben das Wasser einfach gegen Bier eingetauscht.

Der Mensch hat durchschnittlich neun Haare pro Quadratzentimeter auf dem Rücken, der Biber hingegen rund 12.000. Da hält ein Bauarbeiter locker mit. Sollte ein Astronaut zufällig an einem der nächsten sonnigen Tage in der Barerstraße landen, wird der denken, er sei auf dem Planet der Affen angekommen. Ich kann den armen Mann schon vor mir sehen, wie er da mit Entsetzen in den Augen an der Schellingstraße Ecke Barer aus seiner Raumkapsel steigt, auf die Knie fällt und schreit: »Was habt Ihr getan?! Ihr Wahnsinnigen! Außerdem war die Straße doch noch voll in Ordnung!«

Bibernachwuchs kommt im Mai auf die Welt, ist von Geburt an behaart und kann stehen. Wie bei Bauarbeitern auch. Nur dass die offensichtlich schon im April geboren werden, wenn ich mir die Barerstraße so ansehe.

Seine Reviergrenzen werden vom Biber mit dem sogenannten Bibergeil markiert, einem öligen Sekret aus einer Drüse im Afterbereich, und gegen Eindringlinge verteidigt. Der Bauarbeiter ist mit einer Hautfalte im Afterbereich ausgestattet, die »Bauarbeiterdekolletee« genannt wird. Mit dieser Falte sondert der Bauarbeiter flache, gelbe Schilder ab, auf denen zu lesen ist: »Betreten der Baustelle verboten«. Desweiteren verteidigt der Bauarbeiter sein Revier mit dem markanten Ausruf:
»Ey ey ey!«

Biberfamilien leben direkt an ihren Staudämmen in einer sogenannten Biberburg, Bauarbeiter leben direkt an ihren Baustellen in sogenannten Butzen. Ein wohlbekanntes Kinderlieb deutet bereits auf die frappierende Ähnlichkeit zwischen den beiden Spezies hin, das da lautet: »Es tanzt ein Biberbutzemann in unserem Haus herum«.

Biber haben einen breiten, mit lederartiger Haut bedeckten und unbehaarten Schwanz.
Hmm.

Biber erreichen mit etwa drei Jahren ihre Geschlechtsreife, werden dann von ihren Eltern aus dem heimischen Revier vertrieben und können über 100 Kilometer weit wandern. Bauarbeiter wandern sogar noch weiter. Zum Beispiel bis nach Wuppertal. Da haben die Bauarbeiter ein Schild an die aufgerissene A46 gestellt: »Wir bauen für Sie bis 2010.« Schönen Dank, liebe Bauarbeiter, aber für mich müsst Ihr da nix bauen. Ich find, die A46 war noch voll in Ordnung.

24.3.09

Tolle Wurst

Jetzt auch als Riegel!

21.3.09

Survival-Mode

Gestern Jurassic Park 3 gesehen. Da überlebt ein Kind acht Wochen lang auf einer Insel voll mit Dinosauriern. Wo hat der wohl gelernt, sich einen kleidsamen Ghillie-Suit aus Laub zu basteln? Essen zu horten? Medipacks zu sammeln? Rauchgranaten zu werfen? Übermächtige Gegner zu umgehen?
Na? WO WOHL?!

20.3.09

Mausdurchsuchung

Ich kann mit einem gewissen Stolz von mir sagen, dass ich noch nie ein Micky-Maus-Heft gelesen habe. Weil Micky Maus total doof ist. Aber ab und zu findet man da wohl doch interessante Goodies.

19.3.09

Politische Talfahrt

Hat eigentlich niemand mal geschaut, was der Althaus so auf seinem Computer gespielt hat?

14.3.09

You can't spell belief without lie

Da hat mich neulich einer angerufen. Weil das ein ziemlich einseitiges Gespräch war, bekommt Ihr auch nur eine Seite zu hören. Meine.

»Siegismund, mit wem spreche ich?«
[...]
»Herr Papst, was kann ich für Sie tun?«
[…]
»Ach, Sie sind DER Papst. Wissen Sie, als Sie gesagt haben Papst Benedikt, dann bin ich davon ausgegangen, dass Sie Bayer sind...«
[…]
»...ach, Sie SIND Bayer, okay, das erklärt so manches, aber ich dachte, sie formulieren das so wie manche älteren Bayern, die dann sagen: »I bin der Obermeier Michi«, »I bin der Papst Benedikt« und so. Ich schätze, das sorgt auch bei Heinrich König und König Heinrich regelmäßig für Verwirrung. Aber worum geht's denn, Herr... wie nenne ich Sie denn jetzt?«
[…]
»Hmm, na ich weiß nicht. Heiliger Vater hat auch mein Papa bei uns immer durchsetzen wollen. Blieb nicht haften.«
[…]
»Oberster Priester der Weltkirche? Hoho, Weltkirche, da hängen Sie sich aber ganz schön aus dem Fenster, oder?«
[…]
»Na gut 2,1 Milliarden Anhänger klingt viel, aber da sind doch viele Karteileichen dabei. Ich war ja auch Jahre lang Mitglied der Kirche und war nie da. Dann hab ich gemerkt, was ich da eigentlich an Steuern für bezahle. Und da hab ich mir gedacht: Was machen ein genervtes Pferd und ein genervter Kirchensteuerzahler?«
[…]
»Ja, lassen Sie sich Zeit.«
[…]
»Ja, fragen Sie ruhig den Messdiener.«
[…]
»Richtig, austreten. Ach, darum geht's? Ja, diese Wir-wollen-Sie-zurück-Aktionen kenn ich. Ich bin auch bei der Telekom und bei Fitness Company ausgetreten, und vor Kurzem haben die mich beide wieder angerufen. Die sind ja auch jeweils ein bisschen in Verruf geraten in letzter Zeit, ne? Die Telekom mit ihren Kundendaten, die Fitness Company nimmt keine Ausländer auf, aber wenigstens leugnet bei denen keiner den Holocaust, oder?
[…]
»Ja, denk ich mir, dass da viele abspringen. Und die wollen Sie jetzt zurückholen? Aber was wollnse denn da von mir, ich war ja gar nicht katholisch, ich war ja evangelisch. Außerdem bin ich Atheist. Wenn ich schon an irgendwas glauben muss, dann noch am ehesten an das Fliegende Spaghettimonster.«
[…]
»Alles das Gleiche, na das sagen Sie mal lieber nicht im Fernsehen, was? Und wie heißt jetzt Ihre Aktion?«
[…]
»Wir sind Papst? Ja, den Slogan kenn ich. Ach, und jetzt darf dann jeder mal ran?«
[…]
»Community-Gedanke, verstehe. Und ne passende Internet-Seite dazu gibt's auch schon? Facebook? Das hat doch nix mit der Kirche zu tun.«
[…]
»Ach Faithbook. Ja, ist auch schwer zu verstehen übers Telefon. Vielleicht sagen Sie den Chören bei Ihnen im Hintergrund, sie sollen mal ein bisschen leiser frohlocken. Faithbook also, okay. Und wie läuft das dann?«
[...]
»Gut, Videobereich ab 18, hmmhmm.«
[...]
»Okay, und wer bei Faithbook dann die größte Friends-List, also die größte Anhängerzahl hat, der wird dann Stellvertreter Jesu Christi? Aha. Dann darf man sich auch nen neuen Namen aussuchen, gell? Sie heißen auch nicht Benedikt. Was gibt's denn da so im Angebot?«
[…]
»Innozenz. Der Unschuldige. Hmm, vielleicht ein bisi spät dafür, was?«
[…]
»Lando? Wie Lando Calrissian, aus Star Wars? So einen gab's schon? Okay, Euer Verein wird mir immer sympathischer. Dann kann man sich aber aussuchen, was man will? Dann nehme ich Brad Hammer. Oder nee, Max Power. Max Power I. Nee halt, Max Power III. Dann fragen sich alle: "Scheiße, wann waren denn die anderen Max Powers? Von denen hab ich ja noch nie gehört!"«
[…]
»Jetzt weiß ich zufällig, dass Sie sich nach Benedikt dem XV. benannt haben, weil der damals versucht hat, den Ersten Weltkrieg zu verhindern. Das ist ja sehr löblich. In dem Zusammenhang: Kennen Sie Deutschland sucht den Superstar? Nee? Dieter Bohlen? Auch nicht? Aber Lot und Sodom kennen Sie? Hmmhmm, ich hab da so ne Theorie, muss ich Ihnen bei Gelegenheit mal erzählen. Aber okay, krieg ich dann als Papst auch meine Arbeitskleidung gestellt?«
[…]
»Sogar ein Dienstfahrzeug? Mit Sonnendach aus Panzerglas?«
[…]
»Vollverglast? Was machtn der so Spitze? Ja, bei ner Fahrt durch ne Menschenmenge.«
[…]
»Pff, da kann ich ja gleich zu Fuß gehen.«
[…]
»Was krieg ich noch? Den Fischerring? Hat aber nix mit den Chören da zu tun oder? Und ist der aus Gold? Hmm, ich trag eigentlich kein Gold, aber gut, ist ja Finanzkrise, da wird Gold ja täglich wertvoller. Und was ist mit dem Heiligen Stuhl, muss ich da vorher ne Probe abgeben?«
[…]
»Ahso. Aber als Papst hab ich dann auch spezielle Befugnisse, gell? Also, ich könnte dann zum Beispiel, sagen wir mal... Dieter Bohlen, den könnt ich dann exmatrikulieren?«
[…]
»Ja klar würd ich das kommunizieren, sonst kriegt das doch keiner mit. Und was ist mit Kreuzzügen? Macht man die noch? Son paar Battle-Mönche aussenden?«
[…]
»Na hier die Schweizer Garde kann man ja nicht schicken mit ihren Turnschläppchen und bunten Klamotten. Wenn die da in Palästina aufschlagen, überleben die nur so lange, bis der erste merkt, dass das gar nicht die Typen von der Prinzenrolle sind. Nönö, ich würd dann die Amerikaner schicken, die stehn auf sowas.«
[…]
»Tjooaah, okay, das klingt ja ganz nett soweit. Und wie lang wäre ich da vertraglich gebunden?«
[…]
»Also bis in alle Ewigkeit klingt dann doch ganz schön lang. Kann man da nicht irgendwie reinschnuppern?«
[…]
»Ja wissen Sie, ich bin da noch im Gespräch mit son paar islamischen Fundamentalisten. Die ham mich gestern angerufen und würden mich für ein paar Wochen in ein Einführungs-Camp einladen, irgendwo, wo's schön warm ist. Und was die bieten, hört sich auch interessant an. Ich mein, hier so 99 Jungfrauen - oder 72 oder 70 aber auf jeden Fall mal mindestens 40 - das klingt dann ja schon ma besser als son popliger Goldring. Aber von Jungfrauen verstehen Sie ja nix...«
[…]
»...mit dem päpstlichen Hirtenstab...? Hossa. Mein lieber Benedikt, Innozenz wäre für Sie wohl auch nix gewesen, was? Na gut, dann machmer's doch so: Ich denk da nochmal drüber nach, und wir telefonieren demnächst.«
[…]
»Ja klar, wenn Sie Sonntag eh arbeiten, sprechmer uns Sonntag. Danke schön, wiederhörn.«

8.3.09

Tötensen

Ich weiß nicht, ob Ihr's gemerkt habt, aber im Moment läuft wieder Deutschland sucht den Superstar.

Ich gehöre ja zu den Leuten, die albernerweise immer so ein bißchen ein komisches Gefühl haben, wenn sie mir erhobener Stimme »Deutschland« sagen, insbesondere vor Publikum, auch wenn die Gäste von der Lesebühne (leider) noch keine Menschenmasse sind, und insbesondere wenn es darum geht, was Deutschland gerade sucht. Man erinnere sich an »Deutschland sucht Lebensraum im Osten« - geile Quote, ein wahrer Straßenfeger, aber wir wissen alle, wer da im Finale rausgeflogen ist. Naja, immerhin besser als Frankreich, die sind nichtmal in den Recall gekommen.

Hitler war wohl ziemlich froh, dass sein Vater, der Schicklgruber Alois, seinen Namen noch in das zackigere Hitler hatte ändern lassen. Denn mit einem Namen wie Schicklgruber macht man sich als großer Diktator ja zum Gespött der Leute. Der Schicklgruber muss also einen guten PR-Mann gehabt haben, so einen wie den Dieter Bohlen vielleicht, der ihm gesagt hat: »Aus ihrem neuen Namen muss man schon raushören, dass Sie Potenzial haben!« Und in Hitler steckt der Hit ja schon drin.

Was viele gar nicht wissen: Dieter Bohlens alter Kollege Thomas Anders heißt ja auch gar nicht Thomas Anders, sondern Bernd Weidung. Da hat ihm der Dieter bestimmt gesagt: »Du, wir können gern mal zusammen Platten machen, aber Weidung? Nä, mit dem Namen geht das nicht. Du musst irgendwie ...irgendwie... anders heißen.«

Und so wurde Bernd Weidung zu einem der größten Musikverbrecher Deutschlands, und der Bohlen hat ihm das Rüstzeug gereicht. Und dann hab ich mal drüber nachgedacht: Man weiß ja irgendwie gar nicht, wie alt der Bohlen eigentlich wirklich ist. Unschätzbarer Reichtum, unschätzbares Alter, zumindest mit bei dem Gesicht. Was, wenn der schon Jahrhunderte oder gar Jahrtausende alt ist? Ein Dämon, der immer wieder versucht, die Welt ins Unglück zu stürzen? Wie dem Weidung hat der vielleicht dem Schicklgruber damals gesagt: »Hier, nenn Dich mal in Hitler um, und dann erzählste Deinem Sohn den ganzen Tag, er könne nicht malen.«

Dämonen machen ja gerne mal Anagramme aus ihren Namen, also die stellen die Buchstaben um, damit sich eine andere Bedeutung ergibt. Alucard statt Dracula etwa, wobei man das nur rückwärts lesen muss, aber egal. Oder aber man kann durch ein Anagramm die wahre Natur des Dämons entschlüsseln. Versteckte Botschaften. Und hey, Dieter Bohlen, da weiß doch jeder, dass an dem Namen was nicht stimmen kann. Weidung muss Anders heißen, aber Dieter Bohlen ist okay? Da ist doch was faul.

Also bin ich dem Namen auf den Grund gegangen. Und tatsächlich, was kommt raus, wenn man die Buchstaben von DIETER BOHLEN umstellt? BLOEDENHIRTE!

Ich meine, wieviele Hundertausend Leute rennen da zu den Castings von DSDS? Wenn Bohlen kein Bloedenhirte ist, wer dann? Aber das war wohl schon immer so, denn Dieter Bohlen LIEBTE HORDEN.
Wie alt er wirklich ist, zeigen eindeutige Bibelreferenzen. Die Geschichte von Sodom und Gomorrha ist bestimmt jedem ein Begriff, das waren ja diese sündigen Nachbarstädte, so wie heute etwa Villingen und Schwenningen.
Sodoms einziger aufrichtiger Mann war Lot, der sich das Attribut »einziger aufrichtiger Mann« übrigens dadurch verdiente, dass er seine jungfräulichen Töchter einer Meute notgeiler Kerle angeboten hat. Zum Lohn sollten er und seine Familie der drohenden Zerstörung der beiden Städte entkommen, sie durften sich bei der Flucht aus Sodom nur nicht umdrehen. Und da kommt Dieter Bohlen ins Spiel, denn Dieter Bohlen bedeutet BEHINDERE LOT. Kann ich mir gut vorstellen, wie er da beim Ortsausgang Sodom auf Familie Lot wartete und meinte: »Ihr seid coole Typen, habt Stimmen mit Wiedererkennungswert, aber Eure Outfits... dreht Euch doch mal um.«
Batsch, schon ist Lot mit ner Salzsäule verheiratet.

Im antiken Griechenland war der Kerl auch aktiv. Der Sage nach hat ja Aphrodite dem Paris die Helena versprochen, was dann letztlich den Trojanischen Krieg auslöste, aber in Wahrheit war das Dieter Bohlen, denn Dieter Bohlen BOT DIR HELENE, lieber Paris.

Der Name Paris scheint es dem Poptitan - in dem Zusammenhang bekommt Poptitan ne ganz andere Wertigkeit - also Paris [oder Paries oder Päris] taucht in Bohlens finsteren Plänen zur Zerstörung der Welt überraschend häufig vor. Habt Ihr Euch nicht auch gewundert, warum sich Paris Hilton ständig ins Fernsehen drängt, und so dermaßen nervt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich islamische Fundamentalisten in Großraumflugzeugen auf Hollywood stürzen? Die Lösung ist so einfach, wenn man Anagramme beherrscht. Dieter Bohlen hat nämlich den Auftrag des Teufels: BEREDE HILTON.

Aber sein bislang sicherlich vielversprechendstes Projekt ist nunmal Deutschland sucht den Superstar. Denn was macht dort Dieter Bohlen: Er ERHEBT EN IDOL. Auf dem Weg dorthin ist ihm jedes Mittel Recht. Wer die ersten Folgen der aktuellen DSDS-Staffel gesehen hat, und die sind ja die einzig guten, denn da treten die ganzen Vollidioten auf, der hat mitbekommen, wie Dieter Bohlen da einen Untergebenen aus der Jury geworfen hat, der nicht nach seiner Pfeife tanzen wollte. Überrascht mich nicht, denn Dieter Bohlen HOBELT DIENER. Und während Dieters Jurykollegen, allen voran die Quotenfrau in der Mitte, die sowieso nie Ahnung von irgendwas hat, gelegentlich auch mal nett bei der Beurteilung der Kandidaten sind, macht Dieter Bohlen deutlich:
LOB ENDET HIER.

Und es wundert mich nicht, dass alles, was aus der Feder vom Bohlen stammt, so klingt, als sei es woanders geklaut worden, denn was macht Dieter Bohlen? ER LOHNT DIEBE. Dabei behauptet er von sich: BIN EDLER THEO. Wobei, das könnte auch heißen BIN LEDER-THEO. Das passt vielleicht eher, denn eines kann man in jedem Fall herauslesen aus Dieter Bohlen: ER LIEBT HODEN. Wer sonst erzählt frei heraus, dass er schon mal einen Penisbruch hatte?

So lustig das klingen mag: DSDS ist ein knallhartes Geschäft. Und so müssen alle Sänger, die in die Fänge des Popdämons geraten, entscheiden, was Sie haben wollen, bei Dieter Bohlen: HIT ODER LEBEN. Und wer jetzt noch daran zweifelt, dass Dieter Bohlen den Untergang der Menschheit plant, für den habe ich noch ein Anagramm, das zeigt, was die Bretter, die die Welt bedeuten, bei Dieter Bohlen wirklich sind: HITLERBOEDEN. Und in die bringt Bohlen nun seine Saat aus.

Aber noch besteht Hoffnung für Deutschland: Der erfolgreichste Kandidat von DSDS ist bislang ein schwuler Schwarzer. Und auch für alle, die heute Abend nicht vor dem Fernseher saßen, besteht Hoffnung: Morgen um 13:10 Uhr kommt die Wiederholung der heutigen Folge.